Alexander Gutowski

deutscher Zahnarzt

Alexander Gutowski (* 5. Februar 1936 in Schwäbisch Gmünd) ist ein deutscher Zahnarzt. Er führte die Gnathologie im deutschsprachigen Raum ein und entwickelte zahlreiche Behandlungskonzepte, insbesondere zur Versorgung zahnloser Patienten mit Totalprothesen. Unter vielen Zahnärzten in Deutschland gilt er als Institution.[1]

LebenBearbeiten

Er stammt von der polnischen uradeligen Familie Gutowski ab. Gutowski studierte Zahnmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Staatsexamen, Approbation und Promotion erfolgten 1960 in Düsseldorf. Seine Assistenztätigkeit absolvierte er an der Westdeutschen Kieferklinik, Düsseldorf, sowie bei Federico Singer in Meran. 1962 übernahm er die väterliche Praxis in Schwäbisch Gmünd, die er in der dritten Generation weiterführt. Zwischen 1966 und 1976 bildete er sich in den USA weiter bei Arne Lauritzen, Peter K. Thomas und Charles E. Stuart, Henry Goldman und Henry Tanner. 1992 wurde er zum Professor ernannt und zum Gastordinarius (Visiting Professor) der stomatologischen Fakultät der Universität Zagreb mit dem Aufgabengebiet „Weiterbildung des Lehrkörpers“ berufen.[2] Er lebt in Schwäbisch Gmünd.

ArbeitsschwerpunkteBearbeiten

Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die restaurative, rekonstruktive und ästhetische Zahnheilkunde,[3] kombiniert festsitzend-abnehmbarer Zahnersatz mit Konus- und Teleskopkronen und Geschiebeverbindungen, Totalprothesen,[4][5] Behandlung von Funktionsstörungen,[6] Endo-Prothetik[7] und Implantatprothetik. Er hat die Erkenntnisse der Gnathologie Anfang der 1970er Jahre in Deutschland eingeführt und bekannt gemacht.[8]

Seit 1967 gibt er Fortbildungskurse und Vorträge für Zahnärzte und Zahntechniker bei Fortbildungsinstituten und Zahnärztekammern.[9] Nach eigenen Angaben führte er etwa 900 Fortbildungskurse mit mehr als 40.000 Teilnehmern in Deutschland und anderen europäischen Ländern mit Live-Demonstrationen und praktischen Arbeitskursen durch.[10][11]

Gutowski entwickelte eine Schieblehre zum optimalen Messen der Bisshöhe von Totalprothesen und Registrierbehelfen.[12]

MitgliedschaftenBearbeiten

Veröffentlichungen (Auszug)Bearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Paulus Nowak, Abschied - Gnathologie – Requiem oder Auferstehung? ZA des Zahnärztlichen Bezirksverbands München, 22/2014, S. 10. Abgerufen am 25. Dezember 2015.
  2. Visiting Professors, University of Zagreb, School of Dental Medicine. Abgerufen am 23. Dezember 2015.
  3. Manfred Läkamp, Streifzug – Zwei Patientenfälle aus Sicht des Zahntechnikers (Memento vom 15. August 2011 im Internet Archive), dental dialogue 2003, S. 612–623. (PDF)
  4. John Beirret, Michael Cramer, Joachim Schulz-Bongert: Symposion im Karl-Häupl-Institut (Memento vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive), Rheinisches Zahnärzteblatt 05/2010, S. 238 (PDF)
  5. 55. Bayerischer Zahnärztetag. Abgerufen am 23. Dezember 2015.
  6. A. Gutowski, Erfolgreiche Zahnheilkunde durch sinnvolle Maßnahmen der FAL und FAT, Bayerisches Zahnärzteblatt, 07/08/2005. Abgerufen am 23. Dezember 2015.
  7. Günther Schenk,Demonstrationskurs Perio-Prothetik, Bayerisches Zahnärzteblatt, 09/2003. Abgerufen am 23. Dezember 2015.
  8. Axel Bauer, Alexander Gutowski, Gnathologie. Einführung in Theorie und Praxis. 1975, Quintessenz-Verlag, 3. Auflage 1984, ISBN 978-3-87652-158-9
  9. 56. Bayerischer Zahnärztetag. Abgerufen am 23. Dezember 2015.
  10. Opatja-Kongress. Abgerufen am 23. Dezember 2015.
  11. a b Nützliches trifft auf Schönes (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), Zahnärztliche Mitteilungen 104, Nr. 15 A, 1. August 2014 (PDF)
  12. Schieblehre nach Prof. A. Gutowski (Memento vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive)
  13. A. Gutowski, Neue Gruppe. Abgerufen am 23. Dezember 2015.
  14. Neue Gruppe News, Heft 28/2006, S. 2. Abgerufen am 24. Dezember 2015.