Hauptmenü öffnen

LebenBearbeiten

Geboren in Lübeck als Sohn des Pastors am Lübecker Dom Carl Aereboe besuchte er zunächst das Katharineum und das Johanneum, um dann 1906 seine handwerklich-künstlerische Ausbildung in Berlin zu durchlaufen.

1910 kehrte er nach Lübeck zurück und besuchte die dortige Kunstschule von Leo von Lütgendorff. Auf dessen Empfehlung ging er 1912 nach München an die Akademie der bildenden Künste[1] und studierte bis 1915 bei Hugo von Habermann. 1916 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Um 1917 wurde er von dem bekannten Bratschisten Karl Reitz beauftragt, dessen Wohnzimmer in der Holtenauer Straße 59a in Kiel (Brunswick) mit Wandmalereien und integrierten Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen zu einem Interieur zu gestalten. Von diesem Werk sind lediglich Photographien erhalten.[2] Nach dem Krieg war Aereboe freischaffend zunächst in Lübeck, ab 1925 auf Sylt tätig. Zwischenzeitlich leitete er von 1919 bis 1926 die Klasse für Dekorative Malerei an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Kassel, wo ihm 1923 der Professorentitel verliehen wurde. Hier lernte er die Malerin Julie Katz (1888–1927) kennen, die seit 1919 die Klasse für Textiles führte und 1923 Professorin wurde; beide heirateten 1922.

Als eines seiner herausragenden Werke zählt Mein Ahnherr Jens Aereboe.[3][4] Der Künstler hatte hier seinen Ahnherrn, der ein faustischer Mensch war, gemalt. Dieser sitzt wie Dürers Hieronymus im, allerdings ganz nordisch bestimmten, Gehäus.[5] Durch das Fenster sieht man eine herbe Dünenlandschaft und Regentropfen rinnen am Glas entlang. Drinnen finden sich Beziehungen zur Mathematik, Optik und Nautik. In der Mitte ist das geistig durchgearbeitete Gesicht des Ahnherrn. Die aufgehängte Glaskugel, die das Gesicht des Jens Aereboe überschneidet, ist ein sich ohne Worte verständlich machendes Symbol. Durch die Tür im Hintergrund kommt, nur in einen wehenden Schleier gehüllt, eine nackte Frauengestalt. Auch sie ist von erhöhter Bedeutung.

In den 1930er Jahren betrieb er auch ein Atelier in Berlin, kehrte aber ausgebombt 1943 nach Sylt zurück und war ab 1959 wieder ausschließlich in Lübeck tätig.

Ausstellungen (Auswahl)Bearbeiten

EinzelausstellungenBearbeiten

BeteiligungenBearbeiten

Auszeichnungen und EhrungenBearbeiten

Museale RezeptionBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Abram B. Enns: Kunst und Bürgertum. Lübeck 1978, S. 188 ff. ISBN 3-7672-0571-8
  • Brigitte Maaß-Spielmann: Der Maler Albert Aereboe, 1889–1970. Schriften der Kunsthalle Kiel, Bd. 9 1983. (zgl. Phil.Diss. der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1981). ISBN 3-923701-04-7
  • Manfred Wedemeyer: "Die Meernatur der Insel hat mich gebannt": Der Maler Albert Aereboe in List und Kampen auf Sylt. In: Die Heimat 1981, S. 302–304
  • Manfred Wedemeyer: Albert Aereboe: Der Arnikaweg müßte Aereboestraße heißen. In: Käuze, Künstler, Kenner – kaum gekanntes Sylt, S. 128–129, Verlag Pomp & Sobkowiak, Essen 1986. ISBN 3-922693-62-8
  • Ulrich Schulte-Wülwer: Albert Aereboe. In: Sylt in der Malerei, S. 168–173, Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co., Heide 1996. ISBN 3-8042-0789-8
  • Ulrich Schulte-Wülwer: Albert Aereboe. In: Künstlerinsel Sylt, S. 226–229, Boyens Buchverlag, Heide 2005. ISBN 9783804211711 (früher: 3-8042-1171-2)
  • Aereboe, Albert. In: Das neue Sylt Lexikon, herausgegeben von Harry Kunz und Thomas Steensen, S. 10, Wachholtz Verlag, Neumünster 2007. ISBN 978-3-529-05518-8
  • Aereboe, Albert. In: Taschenlexikon Sylt, herausgegeben von Harry Kunz und Thomas Steensen, S. 10, Wachholtz Verlag, Neumünster/Hamburg 2014. ISBN 978-3-529-05525-6

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Matrikelbuch-Nr. 05104, Eintrag am 7. Mai 1912, abgerufen am 13. Mai 2013
  2. siehe hierzu Brigitte Maaß-Spielmann: Der Maler Albert Aereboe, 1889–1970. Schriften der Kunsthalle Kiel, hrsg. von Jens Christian Jensen, Bd. 9, Kiel 1983, S. 77.
  3. u. a. besprochen anlässlich dessen Ausstellung im Behnhaus unter Ein Monumentalgemälde von Albert Aereboe in den Vaterstädtischen Blättern vom 13. November 1927
  4. abgebildet hier unter dem Titel Der Einsiedler (The Hermit)
  5. siehe hierzu Der heilige Hieronymus im Gehäus