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Akademisches Gymnasium (Linz)

Denkmalgeschütztes Objekt in Linz (58861)

Das Akademische Gymnasium von Linz ist ein Gymnasium auf der Spittelwiese im Altstadtviertel im Stadtteil Innenstadt. Es wurde 1542 gegründet und ist das älteste der fünf österreichischen Akademischen Gymnasien.

Akademisches Gymnasium Linz
Linz Akademisches Gymnasium Spittelwiese 14.jpg
Schulform Allgemeinbildende höhere Schule
Gründung 1542
Ort Linz
Bundesland Oberösterreich
Staat Österreich
Koordinaten 48° 18′ 8″ N, 14° 17′ 14″ OKoordinaten: 48° 18′ 8″ N, 14° 17′ 14″ O
Lehrkräfte 53 (2011/12)
Leitung Wolfgang Zechmeister
Website Akademisches Gymnasium Linz

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die ursprünglich als Evangelische Landschaftsschule 1542 gegründete Einrichtung wurde im Zuge der Gegenreformation im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts in die heutige Schule umgewandelt. Ende des 16. Jahrhunderts war einer der Schüler der aus Perg stammende Thomas Lansius, der später Universitätsprofessor in Tübingen wurde. Von 1796 bis 1854 trug die Schule erstmals den Titel akademisch, 1965 wurde ihr dieser neu verliehen. Sie ist die historische Stammschule der heute noch aktiven katholischen Schülerverbindung Nibelungia 1901 zu Linz und der pennalen Burschenschaft Ostmark. Zeitweise wurde die Schule als 1. Bundesgymnasium Linz bezeichnet.[1]

ArchitekturBearbeiten

Das Schulgebäude in der Spittelwiese wurde von 1870 bis 1872 nach den Plänen des Architekten Karl Stattler erbaut und steht unter Denkmalschutz. Das monumentale palastartige Eckgebäude im Stil des Historismus mit quadrierten Wänden und gequaderten Ecken hat zur Spittelwiese einen leicht vortretenden erhöhten reich gegliederten Mittelrisalit mit einem Säulenportal und einem darüber liegenden Balkon. Das Foyer hat ein Muldengewölbe und einen Stichkappenkranz. Der Aufgang zum Stiegenhaus ist mit Säulen flankiert. Die zweiarmige dreiläufige Monumentaltreppe mit einem gemeinsamen Antritt hat eine bemerkenswerte Gusseisenbrüstung. Die Treppenpodeste und die Gänge sind kreuzgratgewölbt und haben teils noch die originale zarte Dekorationsmalerei. Der Festsaal im ersten Obergeschoß im Stil der Neorenaissance hat eine Dreiportalanlage und eine Bühne.

AusstattungBearbeiten

Es gibt ein barockes jesuitisches Thesenblatt nach Alessandro Marchesini als Stich aus 1732 als Leihgabe der Elisabethinen. Es gibt eine Studentenfahne des Akademischen Gymnasiums aus 1838 mit Ölbildern der Heiligen Katharina und Leopold. Ehemalige Sammlungen der Schule, die Bibliothek des Jesuitengymnasiums, eine Siegelsammlung, eine Autographensammlung, befinden sich heute in Linzer Museen.

SchuleBearbeiten

Das Akademische Gymnasium ist allgemeinbildend, altsprachlich und humanistisch ausgerichtet. Englisch wird ab der ersten Klasse, Latein oder Französisch ab der dritten unterrichtet. In der fünften Klasse müssen die Schüler zwischen Latein, Französisch und Altgriechisch wählen. Auch ein Musikschwerpunkt wird angeboten.

Bekannte AbsolventenBearbeiten

  • Johann Christoph Stelzhammer (1750–1840), katholischer Geistlicher, Physiker und Rektor der Universität Wien
  • Sebastian Schwarz (1809–1870), Geistlicher, Ordensstifter
  • Kaspar Schwarz (1811–1879), Kaufmann, Politiker
  • Ludwig Schlager (1828–1885), österreichischer Psychiater
  • Ludwig Boltzmann (1844–1906), Physiker, Mathematiker, Philosoph
  • Georg Baumgartner (1860–1927), Politiker, Geistlicher
  • Hermann Bahr (1863–1934), Schriftsteller, Theater- und Literaturkritiker
  • Max Doblinger (1873–1965), Archivar, Historiker, Numismatiker
  • Adolf Eigl (1883–1958), Politiker
  • Karl Jax (1885–1968), klassischer Philologe
  • Hans Commenda junior (1889–1971), Heimatforscher
  • Georg Grüll (1900–1975), Historiker
  • Eduard Macku (1901–1999), Komponist, Dirigent, Intendant
  • Geli Raubal (1908–1931), Nichte Adolf Hitlers
  • Franz C. Lipp (1913–2002), Volkskundler
  • Alfred Doppler (* 1921), Literaturwissenschaftler
  • Heinrich Gattermeyer (1923–2018), Komponist, Musikpädagoge
  • Oskar Welzl (* 1928), Jurist
  • Josef Ratzenböck (* 1929), Politiker, Altlandeshauptmann, Jurist
  • Hans Pizka (* 1942), Hornist
  • Wendelin Ettmayer (* 1943), Diplomat, Politiker, Autor
  • Camillo Gamnitzer (* 1951), Schachkomponist
  • Peter Sonnberger (* 1957), Politiker, Jurist
  • Severin Renoldner (* 1959), Theologe, Politiker
  • Stefan Ruzowitzky (* 1961), Regisseur, Drehbuchautor
  • Rainer Siegel (* 1963), Schriftsteller
  • Wolfgang Lamprecht (* 1964), Autor, Kulturpromoter
  • Roman Haider (* 1967), Politiker, Unternehmensberater
  • Martin Rummel (* 1974), Cellist
  • Rüdiger Schender (* 1974), Politiker, Jurist
  • Julia Röper-Kelmayr (* 1975), Ärztin, Politikerin
  • Michaela Ambos, Redakteurin Woman&News
  • Peter Androsch (* 1963), Komponist
  • Birgit Baumann, Korrespondentin für "Der Standard" in Berlin
  • Nikolaus Böhler, Arzt
  • Nico Dostal, Operetten- und Filmkomponist
  • Verena Levan, Übersetzerin/Dolmetscherin
  • Klaus Führlinger, Anwalt und Nationalrat
  • Gernot Grömer, Astrophysiker/Fernsehermoderater
  • Natalie Halla, Filmemacherin
  • Bernhard Hetzenauer, Filmemacher
  • Philipp Hirsch, OÖN-Redakteur
  • Hans Kafka, (* 1921), Psychiater
  • Bernhard Krumphuber, Autor, BM für Inneres
  • Stefan Kunzenberger, Schriftsteller
  • Ludwig Laher, Schriftsteller
  • Laurids Ortner (* 1941), Architekt
  • Angelika Niedetzky, Kabarettistin
  • Siegfried Priglinger, Direktor Augenklinik München
  • Bernhard Prokisch, Kunsthistoriker, Numismatiker, OÖ- Landesmuseum
  • Eva Reisenberger, "Die Zeit"
  • Christian Schädel, Cafe Phil Wien
  • Stefan Schützenhofer (* 1977), Unternehmensberater
  • Thomas Schützenhofer, Psychiater
  • Clemens Steinwender, Primar Herzchirurgie Kepleruniversitätsklinkum
  • Georg Stephanek, Fagottspieler Grazer Philharmoniker
  • Vanessa Tockner, Übersetzerin
  • Michael Wacha, Primar Chirurgie Freistadt
  • Andreas Renoldner (* 1957), Schriftsteller
  • Severin Renoldner, Politiker und Theologe
  • Christina Maria Kreinecker, Referentin Theologie, Universität Salzburg
  • Georg Hasibeder, Schlagwerker beim RSO
  • Martin Treml, Leiter Literatur- und Kulturforschung Berlin
  • Johannes Fellinger, Leiter des Instituts für Sinnes- und Sprachneurologie
  • Gerhard Ransmayr, Vorstand Klinik Neurologie
  • Heinrich Gattermeyer (1923–2018), Komponist, Chorleiter und Musikpädagoge
  • Gottfried Nobl (1923–2017), Architekt und Dombaumeister
  • Gerald Tulzer, Leiter Klinik Kinderkardiologie
  • Wolfgang Arzt, Vorstand Institut Pränatalmedizin
  • Norbert Hanrieder, Mundartdichter
  • Hans Zötl (1846–1938), Mundartdichter
  • Rudolf Hittmair, Bischof Linz
  • Josef Fließer, Bischof Linz
  • Alfred Maleta, Politiker
  • Christina Dolezal, Politikerin
  • Erwin Wenzl, Altlandeshauptmann
  • Heinrich Gleißner (1893–1984), Altlandeshauptmann
  • Rupert Hartl (1921–2006), Landeshauptmannstellvertreter
  • Ernst Koref (1891–1988), Bürgermeister Linz
  • Hugo Schanovsky (1927–2014), Bürgermeister Linz
  • Johannes Schober (1874–1932), Bundeskanzler
  • Eduard Arzt (* 1925), Musiker
  • Alexander Zambarloukus, Redakteur

Bekannte LehrerBearbeiten

SportBearbeiten

Das Akademische Gymnasium Linz nahm bereits mehrere Male an den Hockeybundesmeisterschaften teil und wurden schon oft Meister. Auch an den Hallen-Schulmeisterschaften (Leichtathletik) nimmt das Akademische Gymnasium teil, auch hier konnte das Gymnasium mehrere Titel verbuchen. Die Fußballmeisterschaften sind schon fast Tradition an der Schule, doch gewinnen konnte man noch nicht. Seit neuestem nimmt das Akademische Gymnasium auch an den Landes-Floorballschulmeisterschaften teil und konnte gleich im ersten Jahr den Unterstufentitel erreichen.

Quellen und LiteraturBearbeiten

  • Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1864–1918 (Digitalisat) (Jahrgänge 1898–1915)
  • Franz Thalmayr, Anton Sauer, Ernst Sewera: Katalog der Lehrerbibliothek des k. k. Staats-Gymnasiums in Linz. In: Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1899, 1901, 1905 (Digitalisat)
  • Franz Xaver Lehner: Die Münzensammlung des k. k. Staats-Gymnasiums zu Linz. In: Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1908, S. 1–24 (Digitalisat)
  • Franz Thalmayr: Zum vierzigjährigen Bestande des Gymnasialgebäudes. In: Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1914, S. 25–32 (Digitalisat)
  • Ehrentafel der im Kriege gefallenen ehemaligen Schüler der Anstalt. In: Jahresbericht des K.K. Staats-Gymnasiums zu Linz. Linz 1915, S. 71–73 (Digitalisat)
  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Linz 2009. Linz, Obere und Untere Vorstadt, Bauten im Straßenverband, Spittelwiese Nr. 14, Akademisches Gymnasium, S. 302–303.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Akademisches Gymnasium Linz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Akademisches Gymnasium (1. Bundesgymnasium) Linz im Forum OoeGeschichte.at