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Akademischer Mittelbau

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Akademischer Mittelbau ist die Bezeichnung für die Gruppe der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter an Hochschulen. Es handelt sich dabei um examiniertes beziehungsweise graduiertes wissenschaftliches Personal, welches keinen Lehrstuhl innehat.[1] Die offiziellen Bezeichnungen variieren je nach Hochschulgesetz. Diese Gruppe umfasst diejenigen Wissenschaftler (bzw. Künstler an Kunsthochschulen) und Dozenten, die keine Professoren sind (in Österreich gibt es hingegen auch „Mittelbau-Professoren“, nämlich außerordentliche und Assistenzprofessoren). Sie wird als Mittelbau bezeichnet, weil es zudem auch noch die Gruppe der Studenten und die der sonstigen, nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter, gibt. Die Gruppe entsendet Vertreter in die Gremien der akademischen Selbstverwaltung. Allerdings sind diese Gremien in der Regel so zusammengesetzt, dass die Professoren eine Mehrheit haben. In Österreich gibt es sowohl in der Studienkommission als auch im Fakultätsrat eine Drittelparität (Professoren, akademischer Mittelbau, Studierende).

ZusammensetzungBearbeiten

Es gibt verschiedene Arten von Mitarbeitern, die zum akademischen Mittelbau gehören, wobei die Bezeichnungen in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich nicht einheitlich sind und sich teilweise auch widersprechen. Die folgende Einteilung schildert die Situation in Deutschland:

  • Mitarbeiter auf Qualifikationsstellen und Drittmittelstellen:
    • wissenschaftliche und künstlerische Angestellte auf Zeit (oft Doktoranden, diese vielfach auf halben Stellen),
    • wissenschaftliche Assistenten (promovierte Mitarbeiter, die eine Habilitation anstreben, ältere Bezeichnung: Hochschulassistenten),
    • Assistenzärzte an Universitätskliniken,
    • Hochschuldozenten und Privatdozenten,
    • viele Ärzte und Oberärzte an Universitätskliniken,
    • Akademische Räte auf Zeit (in der Regel als Habilitanden)
    • Lehrbeauftragte

In Österreich gehören folgende Mitarbeiter zum akademischen Mittelbau:

  • außerordentliche Universitätsprofessoren (ao. Univ.-Prof.)
  • Assistenzprofessoren (Ass.-Prof.)
  • Senior Scientists / Senior Artists
  • Universitätsassistenten (Univ.-Ass.) mit und ohne Doktorat
  • Projektmitarbeiter
  • Drittmittelangestellte
  • an der jeweiligen Universität angestellte Lektoren und Lektorinnen
  • Studienassistentinnen und Studienassistenten

Die ersten drei Gruppen sind unbefristet angestellt (Senior Scientist) oder verbeamtet (ao. Univ.-Prof., Ass.-Prof.), die weiteren befristet angestellt. Alle Gruppen sind zur Wahl in die Fakultätskonferenz berechtigt.

In den meisten Fächern übersteigt die Zahl der befristet beschäftigten Mitglieder des Mittelbaus die der dauerhaft Angestellten bei weitem. Laut dem Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2017 sind 93 % der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an Hochschulen befristet angestellt. An außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind es 84 %.[2] Eine Fortsetzung der befristeten Beschäftigung ist dabei in Deutschland nicht mehr unbegrenzt möglich.[3]

InteressenvertretungBearbeiten

Trotz der heterogenen Zusammensetzung des Akademischen Mittelbaus haben sich an zahlreichen Hochschulstandorten Organisationen mit dem Zwecke der fachbereichs- und laufbahnübergreifenden Interessenvertretungen außerhalb der hochschulinternen Gremienstrukturen gegründet. Ziel ist eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Berufsperspektiven. Neben den etablierten Gewerkschaften - Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) - die für die Aushandlung von Tarifverträgen im akademischen Bereich verantwortlich sind und den Personal- und Betriebsräten, die für die gesetzlich zugesicherte Mitbestimmung bei Belangen der lokalen Arbeitsbedingungen haben, sind an vielen Hochschulen Mittelbauinitiativen entstanden.

Mittelbauinitiativen in Deutschland
Hochschulstandort Name der Organisation Status
Berlin (FU) FU-Mittelbau aktiv
Berlin (TU) MittelbauINI aktiv
Dresden mid - Mittelbauinitiative Dresden aktiv
Frankfurt am Main unter_bau aktiv
Göttingen Mittelbauinitiative Göttingen inaktiv
Leipzig MULe - Mittelbauinitiative Leipzig aktiv
Münster MiMs - Mittelbauinitiative Münster aktiv
Oldenburg Mittelbauinitiative Oldenburg aktiv
Stuttgart (Uni) AKAM - Arbeitskreis Akademischer Mittelbau aktiv

Im Jahr 2017 konstituierte sich in Leipzig das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft mit dem Ziel lokale Interessenvertretungen bundesweit miteinander zu vernetzen.[4] Zentrale Forderungen reichen von der Abschaffung des Sonderbefristungsrecht für Hochschulen (WissZeitVG), eine Anpassung der Stellenprofile von Ausschreibungen an tatsächliche Arbeitserfordernisse bis hin zur Reformierung des Lehrstuhlprinzips.[5][6][7]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Was ist der akademische Mittelbau? - academics. Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  2. Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2017 - Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland. S. 29, doi:10.3278/6004603w (wbv.de [abgerufen am 20. Oktober 2017]).
  3. Julian Heißler: Interview mit Werner Eichhorst zu Befristung: "Befristung schafft Unsicherheit". 6. September 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017.
  4. Mittelbautagung | Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft. Abgerufen am 23. Oktober 2017 (deutsch).
  5. Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft: Forderungskatalog. 31. August 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017.
  6. Lena von Holt, Bayerischer Rundfunk: Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft: Schöne Worte reichen nicht - der Mittelbau organisiert sich | BR.de. 7. Februar 2017 (br.de [abgerufen am 23. Oktober 2017]).
  7. Anna Lehmann: WissenschaftlerInnen vor der Wahl: Teures Wahlkampfthema Uni. In: Die Tageszeitung: taz. 4. September 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 23. Oktober 2017]).