Agence France-Presse

französische Nachrichtenagentur
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Die französische AFP (Agence France-Presse) ist die älteste internationale Nachrichtenagentur. Gegründet 1835 in Paris von Charles-Louis Havas war sie zuerst als „Agence des feuilles politiques, correspondence générale“ bekannt. Inzwischen ist sie weltweit als drittgrößte Nachrichtenagentur tätig und hat neben der Zentrale in Paris Büros und Mitarbeiter in 151 Ländern.[1] Sie bietet Nachrichten auf Französisch, Englisch, Deutsch, Arabisch, Spanisch und Portugiesisch an. Pro Tag versendet AFP weltweit rund 3200 Artikel, 2500 Fotos, 100 Infografiken und 150 Videobeiträge.

Agence France-Presse

Logo
Rechtsform Öffentliches Unternehmen
Gründung 1835
Sitz Paris, FrankreichFrankreich Frankreich
Leitung Fabrice Fries
Mitarbeiterzahl 3.760
Umsatz 300 Mio. Euro (2017)
Branche Nachrichtenagentur
Website www.afp.com

In Deutschland betreibt AFP eine Tochter-GmbH, welche von der französischen Zentrale weitgehend unabhängig ist und für den deutschsprachigen Markt in allen bedeutenden Ressorts Nachrichten produziert. Seit 1998 ist der Sport-Informations-Dienst eine hundertprozentige AFP-Tochter.[2]

GeschichteBearbeiten

Von 1870 bis 1934 war die französische AFP zusammen mit der britischen Nachrichtenagentur Reuters, dem deutschen W.T.B. und später auch der US-amerikanischen Associated Press Teil des sog. Wolff-Reuter-Havas-Nachrichtenkartells. Inhalt der Kartellverträge, die de facto ein weltweites Monopol zum Sammeln und Verbreiten von Informationen bedeuteten, war eine detaillierte globale Marktaufteilung.[3][4][5]

Umbenannt wurde sie am 20. August 1944, dem Tag der Befreiung von Paris, als eine Gruppe von Journalisten in das Agenturgebäude an der Place de la Bourse marschierte und den ersten Text der „Agence française de Presse“ in die Welt schickte. Einen Monat später erhielt sie ihren Namen „Agence France-Presse“.

RechtsstatusBearbeiten

 
Sitz der AFP am Pariser Place de la Bourse

1957 erhielt die AFP einen Rechtsstatus, der den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland nahe kommt. Der Vorstand („conseil d'administration“) besteht aus zehn Vertretern der Medien (davon acht aus den Printmedien und zwei aus dem Rundfunk), drei Vertretern der französischen Regierung und zwei Vertretern der AFP-Mitarbeiter. Der gesetzlich verankerte Status soll die Unabhängigkeit von Staat und Privateigentümern garantieren. Finanziell besteht aber eine erhebliche Abhängigkeit vom französischen Staat: 40 Prozent der Einnahmen von AFP stammen aus Abonnements staatlicher Einrichtungen.

Die AFP hat ungefähr 1200 festangestellte Journalisten, unter ihnen etwa 250 Fotografen, und mehr als 2000 freie Mitarbeiter in 151 Ländern. Damit hat sie eines der dichtesten Korrespondentennetze weltweit.

KontroversesBearbeiten

AFP verfolgt seit mindestens 2009 in Deutschland mutmaßliche Urheberrechtsverletzungen bei Blogs und Kleinstwebseitenbetreibern in Form von Massenabmahnungen durch die Anwaltskanzlei KSP in Hamburg. Kontrovers ist hierbei die Androhung drastischer finanzieller Rechtsfolgen und Klageandrohungen. Die Schadensersatzforderungen erfolgen anhand hypothetischer Lizenzgebühren gemäß Vergütungsregeln des DJV (Deutscher Journalisten-Verband). Zahlreiche Blogger und Kleinstwebseitenbetreiber fühlen sich durch das umstrittene von AFP beauftragte anwaltliche Inkasso massiv finanziell bedroht und zahlen ungeachtet der Rechtmäßigkeit der Forderung, da sie die gerichtliche Auseinandersetzung gegen die französische Agentur scheuen.[6][7]

SonstigesBearbeiten

Beim Anschlag auf das Serena Hotel in Kabul am 20. März 2014 starb der AFP-Journalist Sardar Ahmad.[8] Er war Leiter des örtlichen AFP-Büros. Auch seine Frau und zwei der drei Kinder überlebten das Attentat nicht.[9]

WeblinksBearbeiten

Commons: Agence France-Presse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. AFP-Unternehmensstruktur
  2. AFP erwirbt alle Anteile am sid in Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger vom 15. Januar 1998
  3. Peter Meier: Nachrichtenagenturen. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2. September 2010, abgerufen am 3. August 2020.
  4. Eine Chronik der AFP. 23. Februar 2012, abgerufen am 3. August 2020.
  5. Dominik Geppert: Pressekriege: Öffentlichkeit und Diplomatie in den deutsch-britischen Beziehungen (1896-1912). Walter de Gruyter, 2012, ISBN 978-3-486-70749-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 3. August 2020]).
  6. AFP-Abmahnungen: Eine Gefahr für Blogs? in Carta vom 29. Mai 2009
  7. Nachrichtenagenturen mahnen Blogger ab (Memento vom 16. Januar 2013 im Internet Archive) in Medienmagazin Zapp des NDR Fernsehen vom 9. Mai 2012
  8. La dernière dépêche de Sardar Ahmad
  9. AFP reporter, family among nine killed in Kabul hotel attack. In: IANS. NDTV. Abgerufen am 11. November 2019.