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Affaire Blum ist ein DEFA-Spielfilm von Erich Engel aus dem Jahr 1948. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Robert Adolf Stemmle, der auch das Drehbuch des Films schrieb. Der Film gibt die Vorgänge eines Magdeburger Justizskandals von 1925/26 weitgehend authentisch wieder. Der Fabrikant Rudolf Haas wurde wegen Mordes an dem Reisenden Hellmuth Helling beschuldigt und nahezu zwei Monate in Untersuchungshaft festgehalten, was sich später als Justizirrtum herausstellte. Die Hauptrollen sind mit Hans Christian Blech, Gisela Trowe, Arno Paulsen und Maly Delschaft sowie Paul Bildt, Ernst Waldow und Werner Peters besetzt.

Filmdaten
OriginaltitelAffaire Blum
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1948
Länge106 Minuten
Stab
RegieErich Engel
DrehbuchRobert Adolf Stemmle
ProduktionDEFA
MusikHerbert Trantow
KameraFriedl Behn-Grund,
Karl Plintzner
SchnittLilian Seng
Besetzung
Schlange vor dem Kino bei Affaire Blum, 1949

HandlungBearbeiten

Ort der Handlung ist eine mitteldeutsche Stadt in den zwanziger Jahren. Ein jüdischer Fabrikant wird des Mordes an seinem Buchhalter beschuldigt. Der deutschnationale Untersuchungsrichter, der unbedingt einen jüdischen Täter haben will, sieht Blum selbst dann noch als Täter an, als sich Hinweise auf den tatsächlichen Mörder, einen ehemaligen Freikorpskämpfer, finden. Der sozialdemokratische Gerichtspräsident aus Berlin entsendet einen Kriminalbeamten (im echten Fall Otto Busdorf)[1], der die Beweiskette des Richters zerpflückt.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Der Film entstand im Althoff-Atelier von Studio Babelsberg mit Außenaufnahmen aus Babelsberg und Potsdam. Die Uraufführung erfolgte am 3. Dezember 1948 in Berlin-Ost, in Berlin-West war die Erstaufführung am 19. Dezember 1948. Als Austauschfilm Mittel-Deutschland/West-Deutschland erfolgte seine westdeutsche Premiere am 8. April 1949 in Hamburg.[2]

AuszeichnungenBearbeiten

KritikenBearbeiten

„Früher DEFA-Film, der die wachsende rassistische Verhetzung vor dem Dritten Reich an einem authentischen Fall (Justizskandal in Magdeburg 1926) beschreibt. Feinfühlig inszeniert und von vorzüglichen Schauspielern getragen.“

„Erich Engel (geb. 1891) fand für die Darstellung eines Justizverbrechens der Weimarer Zeit in Affaire Blum einen satirisch pointierten realistischen Bildstil…“

Ulrich Gregor, Enno Patalas[4]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Kommissar aus Köpenick – Otto Busdorf. Eine Polizistenkarriere vom Kaiserreich bis zur DDR, 8. Februar 2015, Transkription als pdf, abgerufen am 9. Januar 2019
  2. Alfred Bauer: Deutscher Spielfilm Almanach. Band 2: 1946–1955, S. 15
  3. Affaire Blum. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 13. Dezember 2016.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  4. Ulrich Gregor, Enno Patalas: Geschichte des Films 2. Bertelsmann, München 1973, ISBN 3-499-16194-X.