Admiral-Klasse (1918)

Die Admiral-Klasse umfasste vier Schlachtkreuzer der Royal Navy, die während des Ersten Weltkrieges entwickelt wurde, um ein Gegengewicht zu der deutschen Mackensen-Klasse zu schaffen, welche zur gleichen Zeit gebaut wurde. Ursprünglich sollte die Klasse aus den Schiffen HMS Anson, HMS Howe, HMS Rodney und HMS Hood bestehen. Als die deutsche Marineführung den Bau der Mackensen-Klasse stoppen ließ, wurde auch für die britischen Schiffe ein Baustopp verfügt. Nur der Bau der HMS Hood war schon soweit fortgeschritten, dass man sich entschied, den Bau zu vollenden. Die Hood wurde daraufhin im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.

Admiral-Klasse
HMS Hood
HMS Hood
Übersicht
Typ Schlachtkreuzer / Schnelles Schlachtschiff
Bestellung 1916
Kiellegung 1916
Stapellauf 1918
1. Dienstzeit Flagge
Dienstzeit

1920 bis 1941

Indienststellung 1920 (nur Hood)
Verbleib Totalverlust des einzigen Schiffs der Klasse
Technische Daten
Verdrängung

45.200 t

Länge

262,3 m

Breite

31,8 m

Tiefgang

10,1 m

Besatzung

vorgesehen waren um die 2000

Geschwindigkeit

31 kn

Bewaffnung
  • 8 × 15 in (381 mm) L/42 Kanonen
  • 12 × 5.5 in (140 mm) Kanonen
  • 8 × 4 in (102 mm) Flak
  • 24 × 2 pdr (40 mm) Flak
  • 20 × .50 (12,7 mm) cal Maschinengewehre
  • 4 × 21-inch (533 mm) Torpedorohre

BaugeschichteBearbeiten

1915 beschloss die britische Regierung eine Nachfolge-Klasse der Queen-Elizabeth-Klasse in Auftrag zu geben. Der Direktor der Royal Navy, Sir Eustace Tennyson d’Eyncourt, erhielt den Auftrag, Pläne für ein neues und schnelles Schiff entwerfen zu lassen. Die Neubauten sollten so konstruiert werden, dass die gesamten bisherigen Erfahrungen des Krieges in den Bau mit einfließen sollten. Vorgabe war, die Klasse mit einer Höchstgeschwindigkeit von mind. 30 kn (55 km/h) und mit Geschützen mit dem Kaliber 15 inch (381 mm) auszustatten.

Anfang 1916 hatte die Marineführung des Vereinigten Königreichs die Wahl zwischen zwei verschiedenen Konstruktionen von E. L. Attwood. Im April hatte die Admiralität ihre Wahl getroffen: Die Schiffe sollten 262 m lang sein, eine Wasserverdrängung von 36.000 t haben und nur leicht gepanzert sein, so dass eine Höchstgeschwindigkeit von 32 kn (59 km/h) möglich wurde. Die Bestellung der ersten drei Schiffe folgte im Mai 1916, das vierte Schiff wurde etwas später bestellt.

Die Versenkung dreier britischer Schlachtkreuzer in der Skagerrakschlacht im Jahre 1916 wirkte ernüchternd, was den Einsatz von leicht gepanzerten schnellen Schiffen, wie bisher praktiziert, betraf. Daher wurde eine weitere Veränderung der Konstruktion beschlossen. Diese beinhaltete verstärkte horizontale und vertikale Panzerungen sowie Veränderungen in der Bewaffnung.

Das zusätzliche Gewicht der Panzerung zog eine Verstärkung des Kiels nach sich, so dass sich wegen dieser Veränderungen der Bau um mehrere Monate verzögerte und sogar erst im September 1916 damit begonnen wurde. Die neue Wasserverdrängung lag nun bei 42.100 Tonnen. Diese Konstruktionsänderungen machten aus der Klasse die kampfstärksten und schnellsten bis dahin gebauten Kriegsschiffe. Mit Blick auf Panzerung und Bewaffnung hielt sich die Admiral-Klasse nämlich bis auf Details an das Vorbild der Queen-Elizabeth-Klasse, die maximal erreichbare Geschwindigkeit war aber deutlich höher. Die Hood war aus diesem Grunde eher ein Schnelles Schlachtschiff als ein klassischer Schlachtkreuzer.

Mit dem Ziel einer zeitigen Fertigstellung wurden die Bauarbeiten eilig vorangetrieben. Der Baustopp der deutschen Mackensen-Klasse hatte zur Folge, dass es keine Eile mehr bezüglich der Fertigstellung der vier geplanten Schiffe gab. Zur selben Zeit setzten sich zudem die USA das Ziel, durch den Bau von Schlachtkreuzern der Lexington-Klasse und Schlachtschiffen der South-Dakota-Klasse der Kaiserlichen Marine überlegene Schiffe gegenüberzustellen.

Die Royal Navy, die bisher die unangefochtene Führungsmacht beim Bau schwerer Schiffe war, sah ihre eigene Führungsrolle bedroht, suchte nach stärkeren Schiffen als die Admiral-Klasse und begann mit der Planung und Konstruktion der stark gepanzerten und schwer bewaffneten Schlachtschiffe der N3-Klasse und Schlachtkreuzer der G3-Klasse, deren Bau dann jedoch wegen der auf der Washingtoner Flottenkonferenz beschlossenen Beschränkungen nicht durchgeführt wurde. Unter Beachtung der aus dieser Konferenz hervorgegangenen Bestimmungen wurden schließlich die neuen Schlachtschiffe Nelson-Klasse gebaut.

Aufgrund des schon weit fortgeschrittenen Baus der Hood beschloss man, sie fertigzustellen. Anson, Howe und Rodney wurden nicht mehr fertiggestellt, die Rümpfe wurden später abgebrochen.

Untergang der HMS HoodBearbeiten

Am 24. Mai 1941 geriet ein britischer Verband unter Vizeadmiral Lancelot Holland, bestehend aus der Hood und dem neuen Schlachtschiff HMS Prince of Wales, in der Dänemarkstraße in eine Schlacht mit einem deutschen Verband mit dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen und dem Schlachtschiff Bismarck unter Befehl von Admiral Günther Lütjens (Schlacht in der Dänemarkstraße).

Nachdem die britischen Schiffe zuvor frontal auf das deutsche Geschwader zugehalten hatten, gab Admiral Holland um 6:00 Uhr den Befehl zu drehen, um auch die achteren Türme der Hood einsetzen zu können. Bis dahin hatte die Hood nur mit den vorderen Türmen geschossen, da die hinteren Türme durch die Aufbauten kein freies Schussfeld nach vorne hatten.

Während dieser Drehung traf eine 38-cm-Granate der Bismarck um 6:01 Uhr das Achterschiff der Hood. Kurz darauf explodierte das achtere 38,1-cm-Magazin. Die Detonation riss den Rumpf in drei Teile, weniger als drei Minuten später war die Hood gesunken. Von 1.418 Besatzungsmitgliedern überlebten nur drei die Katastrophe.

Betrachtet man den Untergang der Hood unter dem Gesichtspunkt, dass sie in der Folge einer Magazinexplosion, ausgelöst durch den Treffer einer feindlichen Granate, versank, so ereilte sie dasselbe Schicksal wie die drei in der Skagerrakschlacht versenkten britischen Schlachtkreuzer.

Schiffe dieser KlasseBearbeiten

HMS HoodBearbeiten

HMS Anson, HMS Howe, HMS RodneyBearbeiten

  • Kiellegung: 1916
  • Bauabbruch: März 1917
  • Baustornierung: Oktober 1918

LiteraturBearbeiten

  • Robert Gardiner (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships 1922–1946. Conway Maritime Press Ltd, London 1980, ISBN 0-85177-146-7, S. 9.
  • Robert Gardiner (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships 1906–1921. Conway Maritime Press Ltd, London 1985, ISBN 0-85177-245-5, S. 41.

WeblinksBearbeiten