Samtpappel

Art der Gattung Schönmalven (Abutilon)
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Die Samtpappel oder Lindenblättrige Schönmalve (Abutilon theophrasti) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Abutilon innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).

Samtpappel
Samtpappel (Abutilon theophrasti)

Samtpappel (Abutilon theophrasti)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Malvoideae
Gattung: Abutilon
Art: Samtpappel
Wissenschaftlicher Name
Abutilon theophrasti
Medik.

BeschreibungBearbeiten

 
Laubblatt
 
Blütenstand
 
Behaarter Stängel
 
Illustration
 
Unreife Frucht
 
Samen

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Bei der Samtpappel handelt es sich um eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 und 2 Metern erreicht. Sie wächst aufrecht mit einer dominierenden Hauptachse. Die oberirdischen Pflanzenteile sind samtig behaart, deshalb der Trivialname Samtpappel.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang. Die einfache Blattspreite ist rundlich herzförmig, wobei die Spitze auch dreieckig ausgezogen sein kann. Der Blattrand ist gezähnt. Von der Blattbasis gehen sieben bis elf starke Blattadern aus.

Generative MerkmaleBearbeiten

Die Blüten stehen in lockeren, zymösen, blattachselständigen Blütenständen. Der Blütenstiel ist 1 bis 4 Zentimeter lang.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die lanzettlichen bis breit lanzettlichen Kelchblätter sind am Grund verwachsen. Die fünf Kronblätter sind dunkelgelb bis hell orangefarben, radförmig ausgebreitet und meist einen guten Zentimeter lang. Es sind 12 bis 15 Fruchtblätter vorhanden.

Die charakteristisch geformte Spaltfrucht sind fast kugelig bis halbkugelförmig und zerfällt in 12 bis 15 Teilfrüchte, die sich bei Reife mit einem Schlitz auf der Außenseite öffnen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42.[1]

Verbreitung, Standortansprüche und VerwendungBearbeiten

Es handelt sich ursprünglich um eine mittel- oder südasiatische Art, wobei die genaue Verbreitung nicht bekannt ist. Abutilon theophrasti ist in weiten Teilen Eurasiens und Nordamerikas ein Neophyt. In Europa kam sie danach hauptsächlich in Südeuropa vor, und nur sehr vereinzelt in Mitteleuropa. Seit 1990 und besonders seit 2000 tritt sie aber in ganz Mitteleuropa vermehrt auf. Man findet sie vor allem in Rübenäckern, da die dafür zugelassenen Herbizide keinen Schutz gegen Abutilon theophrasti bieten.

Abutilon theophrasti wurde bereits im 18. Jahrhundert in Teile Europas, darunter auch Deutschland, Nordamerikas und Australiens als Faserpflanze eingeführt, wo sie sich aber gegenüber Faserpflanzen wie Hanf, Lein oder der eingeführten Baumwolle nicht durchsetzen konnte. In China wird sie immer noch angebaut.

Die Pflanze wurde aufgrund ihres Ausbreitungspotenzials und der Schäden in den Bereichen Biodiversität, Gesundheit bzw. Ökonomie in die Schwarze Liste der invasiven Neophyten der Schweiz aufgenommen.[2][3] Die Samtpappel ist in allen Kulturen als Unkraut anzutreffen, stellt jedoch besonders im Rüben- und Sojaanbau ein Problem dar, da anders als im Maisanbau keine Herbizide mit ausreichender Wirkung zugelassen sind.[4]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch und wechselfeucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).[5]

Quellen und weiterführende InformationenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Eva Haensel: Bekämpfung, Konkurrenz und Diversität von Abutilon theophrasti MED. (Lindenblättrige Schönmalve) in Zuckerrüben; Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, 2005 ([1])

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 659.
  2. Bundesamt für Umwelt BAFU: Invasive gebietsfremde Arten. (admin.ch [abgerufen am 6. August 2019]).
  3. S. Buholzer, M. Nobis, N. Schoenenberger, S. Rometsch: Liste der gebietsfremden invasiven Pflanzen der Schweiz. Hrsg.: Infoflora. (infoflora.ch [abgerufen am 6. August 2019]).
  4. ages.at.
  5. Abutilon theophrasti Medik. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 3. März 2021.

WeblinksBearbeiten

Commons: Samtpappel (Abutilon theophrasti) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien