896
Spätmittelalterliches Porträt Kaiser Arnulfs aus einer Handschrift des 1387 abgeschlossenen Liber Augustalis des Benvenuto de Rambaldis
Der ostfränkische König Arnulf wird nach der Absetzung seines Widersachers Lambert von Spoleto in Rom zum Kaiser gekrönt.
896 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 344/345 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 888/889
Buddhistische Zeitrechnung 1439/40 (südlicher Buddhismus); 1438/39 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 59. (60.) Zyklus

Jahr des Feuer-Drachen 丙辰 (am Beginn des Jahres Holz-Hase 乙卯)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 258/259 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 274/275
Islamischer Kalender 282/283 (18./19. Februar)
Jüdischer Kalender 4656/57 (10./11. September)
Koptischer Kalender 612/613
Malayalam-Kalender 71/72
Römischer Kalender ab urbe condita MDCIL (1649)

Ära Diokletians: 612/613 (Jahreswechsel November)

Seleukidische Ära Babylon: 1206/07 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1207/08 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 934
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 952/953 (Jahreswechsel April)

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

MitteleuropaBearbeiten

  • Februar: Arnolf von Kärnten, seit 887 König des Ostfrankenreichs, findet auf seinem Italienzug gegen Lambert von Spoleto die Tore Roms verschlossen vor. Nach kurzer Beratung mit seinem Heer beginnt er mit der Erstürmung der Stadt.
  • 22. Februar: Arnolf wird nach heftigen Auseinandersetzungen um den Petersdom durch Papst Formosus zum Kaiser gekrönt. Damit vereinigt er für kurze Zeit und zum letzten Mal in der Geschichte die Teile des Frankenreichs unter einer Regentschaft. Der Widerstand gegen seine Herrschaft ist jedoch noch nicht gebrochen.
  • Spätherbst/Frühsommer: Arnolf muss auf dem Weg nach Spoleto nach einem Schlaganfall Italien verlassen. Er reist über Piacenza und den Brenner noch im Mai nach Bayern zurück. Seinen Sohn Ratold lässt er als Stellvertreter in Mailand zurück. Ratold findet jedoch keine Unterstützung und folgt Arnolf sehr bald nach Bayern. Arnolfs Rückzug und der Tod des Papstes am 4. April machen die begonnene Neugestaltung der Machtverhältnisse in Italien hinfällig.
  • April: Bonifatius VI., der zuvor wegen seines unsittlichen Lebenswandels das Amt des Presbyters verloren hat, wird von den Gegnern seines Vorgängers formlos zum Papst ernannt. Er hat mit 15 Tagen das drittkürzeste Pontifikat der Geschichte. 896 ist ein Dreipäpstejahr. Stephan VI. (VII.), Bischof von Anagni, folgt ihm wohl unter dem Einfluss von Lambert von Spoleto im Mai als neuer Papst.
  • Arnolf wird bei einer Reichsversammlung in Forchheim beinahe von einem herabstürzenden Balkon erschlagen.
  • November: Arnolf empfängt in Regensburg eine Gesandtschaft des byzantinischen Kaisers Leo VI. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich und er muss den Winter in Bayern verbringen, wo er in Altötting Weihnachten feiert.

Byzantinisch-bulgarische KriegeBearbeiten

 
Schlacht von Bulgarophygon
  • Im Sommer 896 besiegen die Bulgaren unter der Führung von Zar Simeon I. in der Schlacht von Bulgarophygon die Truppen aus Byzanz. Thessalien, Erirus, Makedonien, weite Teile Thrakien geraten unter bulgarische Kontrolle. Die Byzantiner müssen sich verpflichten, jährlichen Tribut zu zahlen.

ÄgyptenBearbeiten

  • Februar: Chumarawaih, Herrscher der Tuluniden in Ägypten, wird in Damaskus von einem Diener ermordet. Nachfolger wird sein Sohn Abu l-Asakir. Dieser wird bereits im November von den Heeresemiren gestürzt und ebenfalls ermordet. Sein Bruder Harun folgt ihm auf den Thron. Er überlässt die Regierung weitgehend dem Wesir Abu Dschafar ibn Ali und gibt sich einem ausschweifenden verschwenderischen Leben hin. Dadurch gerät die Herrschaft der Tuluniden zunehmend in eine Krise, da die Staatsfinanzen nicht saniert werden können und die Heeresemire immer mehr Macht an sich reißen.

ReligionBearbeiten

KatastrophenBearbeiten

GeborenBearbeiten

GestorbenBearbeiten