82 G. Eridani

Stern im Sternbild Eridanus

82 G. Eridani (auch: HD 20794, HR 1008 oder e Eridani) ist ein ca. 20 Lichtjahre von der Erde entfernter Stern in der Konstellation Eridanus. Er ist ein Stern der Hauptreihe mit der Sternen-Klasse G6 V, und in seinem Orbit befinden sich mindestens drei Planeten und eine Staubscheibe.[1][2]

ObservationBearbeiten

Im südlichen Himmelskatalog Uranometria Argentina wird 82 G. Eridani (manchmal auch abgekürzt als 82 Eridani) als 82. Stern im Sternbild Eridanus aufgelistet. Der Argentina-Katalog des Astronomen Benjamin Apthorp Gould ist ein südlicher Himmelshemisphärenanalog des bekannteren Flamsteed-Katalogs.[3]

EigenschaftenBearbeiten

82 G. Eridani ist kleiner und weniger massiv als die Sonne, entsprechend ist seine absolute Helligkeit im Vergleich zur Sonne geringer. Er erscheint mehr als ein Drittel heller als Tau Ceti und Alpha Centauri B.[4]

PlanetensystemBearbeiten

Am 17. August 2011 verkündeten europäische Astronomen die Entdeckung dreier Planeten, die um 82 G. Eridani kreisten. Die Werte ihrer Massen klassifizieren sie als sogenannte ,,Super-Erden"; Objekte mit einer Masse, die nur ein paar mal die Erdmasse umfassen. Diese drei Planeten wurden nur durch sehr präzise Messungen der Radialgeschwindigkeit von 82 G. Eridani entdeckt, bei denen gravitationsbedingte Auslenkungen in der Bahn festgestellt wurden, die Hinweise auf die Existenz der Planeten lieferten. Keiner der Planeten weist eine signifikante Exzentrizität in ihrem jeweiligen Orbit auf.

Leben auf 82 G. EridaniBearbeiten

In seinem 1970 veröffentlichtem Buch ,,Habitable Planets for Men" (deu.: Für Menschen bewohnbare Planeten), schrieb Stephen Dole 82 G. Eridani seiner Schätzung nach die höchste Bewohnbarkeit zu: 5,7 %. Neben 82 G. Eridani verlieh er 4 weiteren Sternen diese Bewertung: Alpha Centauri B, 70 Ophiuchi A, Eta Cassiopeiae A und den Delta-Pavoniden.[5]

82 G. Eridani (GJ 139) wurde von der NASA als Stufe 1 – Zielstern für die Space Interferometry Mission (SIM) ausgewählt, dessen Aufgabe es sein sollte, Planeten in erdähnlicher Größe zu finden.[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. F. van Leeuwen: Validation of the new Hipparcos reduction. In: Astronomy & Astrophysics. Band 474, Nr. 2, 13. August 2007, ISSN 0004-6361, S. 653–664, doi:10.1051/0004-6361:20078357.
  2. J. Holmberg, B. Nordström, J. Andersen: The Geneva-Copenhagen survey of the solar neighbourhood. In: Astronomy & Astrophysics. Band 501, Nr. 3, 13. Mai 2009, ISSN 0004-6361, S. 941–947, doi:10.1051/0004-6361/200811191.
  3. Benjamin Apthorp Gould: Uranometria Argentina: Brightness and Position of Every Fixed Star, Down to the Seventh Magnitude, Within One Hundred Degrees of the South Pole. Observatorio Nacional Argentino, 1879 (google.de [abgerufen am 1. August 2020]).
  4. Eric E. Mamajek, Lynne A. Hillenbrand: Improved Age Estimation for Solar‐Type Dwarfs Using Activity‐Rotation Diagnostics. In: The Astrophysical Journal. Band 687, Nr. 2, 10. November 2008, ISSN 0004-637X, S. 1264–1293, doi:10.1086/591785.
  5. Stephen H. Dole: Habitable Planets for Man. Blaisdell Publishing Company, 1964 (google.de [abgerufen am 1. August 2020]).
  6. SIM | Science Mission Directorate. Abgerufen am 1. August 2020.