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12. Division (Deutsches Kaiserreich)

Einheit des Deutschen Kaiserreichs

Die 12. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 12. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Preußischen Armee.

12. Division
Aktiv ? bis 1919
Land Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Streitkräfte Preußische Armee
Typ Infanterie-Division
Grobgliederung siehe: Gliederung
Unterstellung VI. Armee-Korps

GliederungBearbeiten

Das Kommando stand in Neiße, und die Division war Teil des VI. Armee-Korps.

Friedensgliederung 1914Bearbeiten

Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914Bearbeiten

  • 24. Infanterie-Brigade
    • Infanterie-Regiment „von Winterfeldt“ (2. Oberschlesisches) Nr. 23
    • 3. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 62
  • 78. Infanterie-Brigade
    • 4. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 63
    • 4. Schlesisches Infanterie-Regiment Nr. 157
  • Ulanen-Regiment „von Katzler“ (Schlesisches) Nr. 2
  • 12. Feldartillerie-Brigade
    • Feldartillerie-Regiment „von Clausewitz“ (1. Oberschlesisches) Nr. 21
    • 2. Oberschlesisches Feldartillerie-Regiment Nr. 57
  • 2. und 3. Kompanie/Schlesisches Pionier-Bataillon Nr. 6

Kriegsgliederung vom 20. März 1918Bearbeiten

  • 24. Infanterie-Brigade
    • Infanterie-Regiment „von Winterfeldt“ (2. Oberschlesisches) Nr. 23
    • 3. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 62
    • Infanterie-Regiment „Kaiser Karl von Österreich und König von Ungarn“ (4. Oberschlesisches) Nr. 63
    • MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 20
    • 4. Eskadron/Ulanen-Regiment „von Katzler“ (Schlesisches) Nr. 2
  • Artillerie-Kommandeur Nr. 12
    • Feldartillerie-Regiment „von Clausewitz“ (1. Oberschlesisches) Nr. 21
    • Fußartillerie-Bataillon Nr. 68
  • Schlesisches Pionier-Bataillon Nr. 6
  • Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 12

GeschichteBearbeiten

Erster WeltkriegBearbeiten

Im August 1914 ging der linke Flügel der 4. Armee – das VI. Armee-Korps unter General Kurt von Pritzelwitz an der Linie L’Eglise-Thibesart vor und war vorübergehend der 5. Armee unterstellt. Die dazugehörende 12. Division unter Generalleutnant Chales de Beaulieu unterstützte während des Vorstoßes durch die Ardennen den Angriff der 5. Armee auf Virton und beteiligte sich ab 22. August auch an der Schlacht bei Neufchâteau. Die 12. Division ging aus Gegend L’Eglise in südlicher Richtung auf Rossignol und Tintigny vor, sie erreichte St. Vincent und sicherte schließlich auf den Höhen bei Les Bulles. Unterhalb Montmedy hatte die Division am 25. August den Chiers bei La Ferte überschritten und erreichte Olizy. Während der Schlacht an der Marne Anfang September kämpfte die Division bei Montfaucon und im Raum Varennes. Dabei ging sie am linken Flügel der 4. Armee westlich von Verdun durch die Argonnen nach Süden vor. Mitte September wechselte die Division zur 3. Armee in die Champagne und kämpfte im Bois de Cheppy und bei Malancourt. Während der Aisneschlacht bei Binarville stehend, wurde das VI. Armee-Korps der 4. Armee entzogen und an der Naht zwischen 2. und 3. Armee eingeschoben, um ab 18. September die 2. Garde-Division bei Prunay abzulösen. Bis 19. Dezember 1914 folgten Stellungskämpfe in der Champagne, im Raum von St. Menehould und Malancourt. Ende Dezember 1914 begannen schwere Abwehrkämpfe bei Souain und Perthes.

Zwischen 21. Februar und 20. März 1915 kämpfte die Division zur Verstärkung des schwer bedrängten VIII. Armee-Korps in der Winterschlacht in der Champagne. Vom 18. und 21. Juni verlegte die Division ins Artois, führte dort Stellungskämpfe und leistete zwischen 25. September bis 5. Oktober ihren Anteil in der Herbstschlacht bei Arras und La Bassée. Zwischen 7. Oktober 1915 und 22. Mai 1916 führte die Division Stellungskämpfe westlich Bapaume, und im Juli 1916 lag die Division im Raum Combles in der Schlacht an der Somme. Zwischen 19. August und 26. September 1916 folgten Einsätze in Flandern und Ende September 1916 kam die Division nochmals an der Somme zum Einsatz. Vom 25. November bis zum Jahresende 1916 lag die Division wieder in der Champagne.

Zum Jahreswechsel auf 1917 folgte der Abtransport an die nördliche Ostfront. Zwischen 5. Januar und 24. Mai 1917 lag die Division in den Stellungen vor Dünaburg und verlegte Ende Mai 1917 zurück an die Westfront. Sie fungierte kurz als Reserve der Obersten Heeresleitung bei der Armeeabteilung A im Oberelsass und stand ab 9. Juni wieder in Flandern. Zwischen 31. Juni und 21. August wurde die Division in der Dritten Flandernschlacht eingesetzt. Nach einmonatigem Stellungskampf in Oberelsass folgte am 24. September die Verlegung nach Italien.

Zwischen 25. September bis 15. Oktober 1917 vollzog die Division unter Führung von General Arnold Lequis ihren Aufmarsch hinter der Isonzofront. Sie wurde während der 12. Isonzo-Schlacht der „Gruppe Stein“ der 14. Armee zugeteilt und für die Offensive am 24. Oktober nördlich Tolmein bereitgestellt. Es gelang die Eroberung der Orte Selišče und Volarje. Bis zum Abend gelang es der Division, bis 27 Kilometer vorzustoßen und die alte österreichische Landesgrenze nahe Robic zu erreichen. Am 25. Oktober wurde der Monte Kuk und der Monte Stol erstürmt, nach Kämpfen am Luico-Pass wurde bis 27. Oktober der Durchbruch durch die Julischen Alpen erreicht. Nach der Beteiligung an der Einnahme von Cividale folgte die Eroberung des Monte Ragogna und San Daniele. Nach Kämpfen um Udine wurde am 3. November auch der Tagliamento überwunden. Bis 5. November wurde der bei Pinzano geschaffene Piave-Brückenkopf zusammen mit der k.u.k. 50. Truppen-Division erweitert. Die Division setzte am 6. und 7. November die Verfolgung fort und erreichte in drei Kolonnen marschierend die Livenza-Übergänge bei Fiaschetti, Sacile und Carolana. Alle Brücken waren jedoch zerstört worden. Am Monticano-Abschnitt bei Vidor versuchte die Division am 8. November den hier vorhandenen italienischen Brückenkopf einzudrücken und gleichzeitig mit Masse über die Brücke vorzudringen. In der Nacht des 11. November wurde der Brückenkopf jedoch aufgegeben und die Brücke gesprengt. Nach kurzen Stellungskämpfen an der unteren Piave verlegte die Division ab 10. Dezember nach Lothringen, dort folgten bis Ende Februar 1918 Stellungskämpfe in den Vogesen.

Während der deutschen Frühjahrsoffensive in Frankreich kämpfte die Division ab 21. März 1918 im Abschnitt der 17. Armee zwischen Monchy und Cambrai. Ende März nach Lille verlegt, beteiligte sich die Division zwischen 9. und 18. April auch an der Schlacht von Armentières. Ende April bis Ende August 1918 folgten abwechselnd Stellungskämpfe in Flandern und im Artois (Einsätze bei Ypern und La Bassée). Ende August verstärkte die Division den wankenden Frontabschnitt im Abschnitt der 17. Armee zwischen Monchy und Bapaume. Bis September 1918 folgten Rückzugskämpfe an die Siegfriedlinie im Verband des XIV. Reserve-Korps unter General der Infanterie Kurt von Morgen. Die Division stand Ende September in schweren Abwehrkämpfen zwischen Cambrai und St. Quentin und ging Mitte Oktober über Lens auf die Schelde zurück. Zwischen 26. Oktober und 4. November 1918 folgten Abwehrkämpfe im Raum Valenciennes und der Rückzug auf die Antwerpen-Maas-Stellung.

KommandeureBearbeiten

Dienstgrad Name Datum[1]
Generalleutnant Friedrich Heinrich Ludwig von Pfuel 30. März 1838 bis 6. April 1842
Generalleutnant Franz Karl von Werder 07. März 1848 bis 5. April 1854
Generalmajor Heinrich von Reitzenstein 06. April bis 4. Mai 1854
Generalleutnant Eduard von Bonin 05. Mai 1854 bis 14. Mai 1856
Generalleutnant Ferdinand von Hirschfeld 15. Mai bis 8. August 1856
Generalmajor Eduard d’Artois von Bequignolles 14. August bis 17. Dezember 1856
Generalleutnant Theodor von Rommel 18. Dezember 1856 bis 21. November 1858
Generalleutnant Ferdinand von Witzleben 22. November 1858 bis 18. September 1859
Generalleutnant Louis von Mutius 19. September 1859 bis 23. Januar 1863
Generalleutnant Heinrich von Plonski 24. Januar 1863 bis 24. Juni 1864
Generalleutnant Ferdinand von Prondzynski 25. Juni 1864 bis 17. Mai 1867
Generalleutnant Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode 18. Mai 1867 bis 17. Juli 1870
Generalleutnant Otto Wilhelm von Hoffmann 18. Juli 1870 bis 23. Mai 1871
Generalmajor Alexander von Kraatz-Koschlau 23. Mai 1871 bis 19. Juli 1871
Generalmajor Ernst Wilhelm Schuler von Senden 20. Juli 1871 bis 22. Januar 1873
Generalleutnant Kraft zu Hohenlohe-Ingelfingen 23. Januar 1873 bis 27. November 1879
Generalleutnant Friedrich Wilhelm von Falkenhausen 28. November 1879 bis 23. November 1881
Generalleutnant Adalbert von Schleinitz 24. November 1881 bis 23. November 1885
Generalleutnant Ludwig Georg von Spangenberg 24. November 1885 bis 5. November 1888
Generalleutnant Karl von Graevenitz 06. November 1888 bis 17. November 1890
Generalleutnant Heinrich von Wodtke 18. November 1890 bis 17. Juni 1892
Generalleutnant Wilhelm Müller 18. Juni 1892 bis 16. März 1894
Generalleutnant Gustav Heinrichs 17. März 1894 bis 16. Dezember 1896
Generalleutnant Anton Herwarth von Bittenfeld 17. Dezember 1896 bis 19. Mai 1897
Generalleutnant Arthur von Wangenheim 20. Mai 1897 bis 14. Juni 1898
Generalleutnant Alexander von Massow 15. Juni 1898 bis 10. April 1901
Generalleutnant Remus von Woyrsch 11. April 1901 bis 27. Mai 1903
Generalleutnant Paul Zedler 28. Mai 1903 bis 19. März 1906
Generalleutnant Arthur von der Groeben 20. März 1906 bis 2. März 1910
Generalleutnant Eugen Marschall von Sulicki 22. März bis 17. Oktober 1910
Generalmajor Erich Tülff 18. Oktober 1910 bis 26. Januar 1911 (mit der Führung beauftragt)
Generalleutnant Erich Tülff 27. Januar 1911 bis 26. Januar 1912
Generalleutnant Martin Chales de Beaulieu 25. Juni 1913 bis 11. August 1916
Generalleutnant Karl Fouquet 12. August bis 29. November 1916
Generalleutnant Arnold Lequis 30. November 1916 bis 21. September 1918
Generalmajor Maximilian von Funcke 22. September 1918 bis 3. Januar 1919
Generalleutnant Carl Briese 04. Januar bis 27. Juni 1919

LiteraturBearbeiten

  • Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 64, 107–108.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 106 f.