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100 Dinge (Film)

Film von Florian David Fitz (2018)

100 Dinge ist eine deutsche Filmkomödie mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer aus dem Jahr 2018. Der Film ist seit 6. Dezember 2018 in den deutschen Kinos zu sehen.[2]

Filmdaten
Originaltitel100 Dinge
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2018
Länge111 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
Stab
RegieFlorian David Fitz
DrehbuchFlorian David Fitz
ProduktionDan Maag,
Matthias Schweighöfer,
Marco Beckmann
MusikArne Schumann,
Josef Bach,
Chester Travis,
Jonathan Kluth
KameraBernhard Jasper
SchnittAna de Mier y Ortuño,
Denis Bachter
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Paul und Toni, die seit Kindertagen miteinander um Verschiedenes konkurrieren – früher u. a. um die Aufmerksamkeit von Pauls Eltern oder die Liebe einer Mitschülerin, aktuell als Erwachsene um ihr Ansehen bei den Angestellten in einem in Berlin ansässigen IT-Start-up –, sind zwei in Mitteldeutschland sozialisierte Materialisten. Der Film beginnt mit einer Parallelmontage, um die beiden Protagonisten einzuführen: Paul ist dabei der „chaotische“ Schluffi, der aus Frust überkonsumiert, beispielsweise mit „sündhaft teuren Sneakern“, der eine „Schrottkarre“ fährt und lieber im Bett liegen bleibt anstatt zu duschen, während Toni bewusst überkonsumiert, sich vor dem Duschen an ein Rudergerät setzt, eine hochwertige Espressomaschine besitzt und viel Wert auf eine gute Frisur legt.[3]

In ihrem Start-up entwickeln sie eine App, die als ein personalisiertes Assistenzsystem auf dem Smartphone maßgeschneiderte Empfehlungen ausliefert, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Kauf nach sich ziehen. Aufgrund dieses Produkts erhalten die beiden erst ein Vorsprechen bei Antonietta Kärcher und in der Folge von deren Auftraggeber David Zuckerman ein Angebot in Höhe von 4 Millionen Euro, das sie grundsätzlich auch annehmen.[4][5][6]

Auf der anschließenden Firmenfeier anlässlich der Vereinbarung wetten beide, dass sie ihr ganzes Hab und Gut in eine Lagerhalle wegschließen. Jeden Tag erhalten sie je einen Gegenstand zurück.[5][7][8] Ausgangspunkt dieser Wette ist der Umstand, dass Toni die Software absatzorientiert programmiert und seinen unwissenden Partner Paul als Testobjekt eingesetzt hat. Dieser ist ob dieses Vertrauensbruch so enttäuscht, dass er die Wette zu diesem freiwilligen Konsumverzicht vorschlägt. Als besondere Hürde baut er dabei ein, dass die vorzeitige Aufgabe den Wechsel der eigenen Firmenanteile an die Mitarbeiter mit sich bringt.[3] Der Konsumverzicht wird zu Beginn so konsequent umgesetzt, dass sie nackt in einer leeren Wohnung aufwachen.[8]

Im winterlichen Berlin setzen sie daher zuerst auf einen wärmenden Mantel bzw. einen begehbaren Schlafsack, um dann unterschiedliche Prioritäten hinsichtlich Kleidungsstücken, Hygiene- und Schönheitsartikeln sowie Einrichtungsgegenständen und Haushaltsartikeln zu setzen. Bei ihren regelmäßigen Besuchen im Lagerhaus begegnen sie der ebenfalls mit Konsumkrankheiten kämpfenden Lucy, woraufhin sich zwischen ihr und Toni eine Romanze entspinnt. Trotz der Ausgangslage aufgrund der minimalistischen Mittel gelingt Toni ein erfolgreiches Date mit Lucy.[9][3] So setzt sie ihm in einer 50 Shades of Grey-artigen Liebesszene beispielsweise Teebeutel aufs Auge. Im Rahmen der Handlung führen Toni und Paul zudem immer Gespräche mit Pauls Eltern und dessen Großmutter über Glück und Besitz. Am Ende obsiegt schließlich das private Glück, bei dem Toni und Lucy ein Paar werden.[10][11] Bei den Verkaufsverhandlungen, die vier Woche nach Beginn der Wette stattfinden, treibt das Duo zudem den Verkaufspreis ihres Start-ups um 10 Millionen Euro nach oben auf insgesamt 14 Millionen Euro.[6]

HintergrundBearbeiten

Inspiriert wurde Florian David Fitz von der finnischen Dokumentation My Stuff (2013) von Petri Luukkainen.[12]

ProduktionBearbeiten

Die Dreharbeiten fanden von Ende Februar bis Anfang Mai 2018 in Mitteldeutschland, vor allem in Berlin, in Brandenburg, und in Łeba (Polen) statt.

KritikenBearbeiten

Antje Wessels von Filmstarts befand, dass die Komödie „eine kreative Ausgangslage für ein Buddy-Movie, das sich wohltuend vom üblichen Beziehungskomödien-Einerlei abhebt“, biete: „Zwar gibt es auch in 100 Dinge eine Liebesgeschichte, ohne die der Film womöglich sogar noch einen Tick launiger geworden wäre, aber auch so“ begeisterten Fitz und Schweighöfer „in einem durch und durch charmanten Großstadtmärchen.“ Die Produktion sei gelungener als der gemeinsame Vorgänger Der geilste Tag und „weit davon entfernt, sich auf pubertären Klamauk der Marke Klassentreffen 1.0 zu beschränken“. Fitz beweise, „dass man Albernheiten auch fernab jedweder Primitivität inszenieren kann“. Das komödiantische Timing sitze, „die Gagdichte ist enorm. Als angenehme Komödie mit gelungenen Gags funktioniert 100 Dinge ganz hervorragend.“[13]

In ihrer Rezension für die Süddeutsche Zeitung schrieb Martina Knoben, dass 100 Dinge „als Klamauk-Maschine“ zwar „wie geschmiert“ laufe, jedoch „unrund wird, wenn es um die ganz großen Fragen geht“. Form und Botschaft gingen nicht wirklich zusammen und beantworteten „Fragen gewissermaßen mit Dackelblick. Die Konsumkritik, die er übt, präsentiert er in der süffigsten, konsumierbarsten Verpackung: lustig und bunt fotografiert, hip ausgestattet und mit prominenten Darstellern. Hannelore Elsner und Wolfgang Stumph spielen Pauls Eltern, Katharina Thalbach seine Oma; Maria Furtwängler glänzt in einem Kurzauftritt.“ Dass Fitz jedoch alles „andere als naiv mit seinem Stoff umgeht, belegen diverse Szenen“.[14]

Die Zeitschrift Cinema bezeichnete den Film in ihrer vorweihnachten Rezension als „passenden Film zum Kaufrausch vor dem Fest“ sowie „turbulente Komödie, die Unterhaltung mit konsumkritischen Gedanken verbindet“. Fitz' Regie sei „temporeich“ und biete „rasante Dialoge. Man muss als Zuschauer schon aufpassen, um die Feinheiten der erstaunlich abwechslungsreichen, von der finnischen Doku My Stuff inspirierten Handlung zu erfassen“. Was seinen Film auszeichne, sei „eine Sehnsucht nach großen Kinobildern, und auch diesmal verzichten Schweighöfer und Fitz nicht auf den Slapstickhumor, den man aus ihren früheren Filmen“ kenne.[15]

„Fitz und Schweighöfer […] wissen wohl, was ihr Publikum sehen will, und zeigen sich als gute Dienstleister“, urteilte Peter Luley von Spiegel Online. Auf sprachlicher Ebene ginge es im Film „derb zu“, wobei die Produktion „ein paar gelungene Gags“ biete. Lustig befand Luley „etwa der Auftritt von Artjom Gilz als Kapuzenpulli tragender, großspurig-gönnerhafter Mark Zuckerberg-Verschnitt. Oder die Sexszene in 50 Shades of Grey-Manier, in der Lucy dem lädierten Toni Teebeutel auf die Augen bindet.“ Das Grundproblem von 100 Dinge sei jedoch, „dass man grell überzeichneten Slapstick-Charakteren halt schwerlich tiefgründige Diskussionen und Konflikte abnimmt“ und man viele Ausgangssituationen und Nebenhandlungen als egal empfinde."[16]

Die Welt-Redakteurin Barbara Möller resümierte: „Zwei nackte Kanonen: Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz haben ihren nächsten Flachfilm gedreht. 100 Dinge ist Kapitalismuskritik für Vierzehnjährige jeden Alters“ und sei offenbar nur gedreht worden, „weil sich Schweighöfer und Fitz gern mal nackt sehen wollten“. Der Plot sei „dünn [und] kaum witzig“, während die angestrebte Konsumkritik „in der Selbstdarstellerei“ der beiden Hauptdarsteller unterginge. Fitz fehle es an Distanz und Selbstkritik und illustriere „mit reinem Kitsch“; Hannelore Elsner und Katharina Thalbach würden „zu Knallchargen degradiert“. Lob fand Möller für Maria Furtwängler als „blonde Nana Mouskouri“.[17]

ErfolgBearbeiten

100 Dinge feierte am 26. November 2018 im Cinestar-Kino des Sony Centers am Potsdamer Platz in Berlin in Anwesenheit von Fitz, Schweighöfer und weiteren Castmitgliedern Weltpremiere.[18] Die Freigabe zur öffentlichen Vorführung erteilte Warner Bros. ab 6. Dezember 2018.[18] Presseberichten zufolge platzierte sich die Komödie nach Ende des ersten Vorführwochenendes hinter Der Grinch und Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen mit 200.000 Besuchern und rund 1,75 Millionen Euro Umsatz in 599 Kinos auf Platz drei der deutschen Kinocharts. Weiterhin dazu kamen knapp 40.000 Besucher aus Mittwochspreviews.[19] Auch in Österreich stieg 100 Dinge als erfolgreichster Neustart des Wochenendes auf Platz drei der Kinocharts ein. Das Einspielergebnis inklusive Previews betrug 186.000 Euro.[20]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Freigabebescheinigung für 100 Dinge. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 184738/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. 100 Dinge. filmstarts.de, abgerufen am 7. April 2019.
  3. a b c Falk Straub: 100 Dinge (2018). In: kino-zeit.de. Abgerufen am 2. März 2019.
  4. Florian David Fitz: “Wir sollten nicht denkfaul werden. Wir sind einfach zu Tode bespaßt.“ In: business-punk.com. 5. Dezember 2018, abgerufen am 2. März 2019.
  5. a b 100 Dinge: Alle Infos zum Kinostart des neuen Schweighöfer-Hits. 29. November 2018, abgerufen am 2. März 2019.
  6. a b Frank Ehrlacher: 100 Dinge – Film – 2018 – Moviemaster - Das Film-Lexikon. In: moviemaster.de. 31. Januar 2019, abgerufen am 2. März 2019.
  7. 100 Dinge. Abgerufen am 9. Dezember 2018.
  8. a b «100 Dinge» - Ein Großtstadtmärchen mit richtig viel Herz. 4. Dezember 2018, abgerufen am 9. Dezember 2018 (deutsch).
  9. Anke Sterneborg: Kritik zu 100 Dinge – epd Film. In: epd-film.de. 27. November 2018, abgerufen am 2. März 2019.
  10. Axel Timo Purr: 100 Dinge (D 2018) : KRITIK : artechock. In: artechock.de. Abgerufen am 2. März 2019.
  11. Peter Luley: Buddy-Komödie "100 Dinge": Nackte Kanonen. In: Spiegel Online. 3. Dezember 2018, abgerufen am 2. März 2019.
  12. SIKP: Filminfo zu 100 Dinge. Abgerufen am 18. Januar 2019.
  13. Anjte Wessels: Kritik der FILMSTARTS-Redaktion. Filmstarts. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  14. Martina Knoben: Weg mit dem Kram!. Süddeutsche Zeitung. 8. Dezember 2018. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  15. 100 Dinge Review. Cinema. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  16. Peter Luley: Nackte Kanonen. Spiegel Online. 3. Dezember 2018. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  17. Barbara Möller: Nackt und flach. Welt.de. 5. Dezember 2018. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  18. a b Jochen Müller: Warner lädt zur Premiere von "100 Dinge". Blickpunkt Film. 8. Dezember 2018. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  19. Jochen Müller: Kinocharts Deutschland: Phantastischer Grinch. Blickpunkt Film. 10. Dezember 2018. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  20. Jochen Müller: Kinocharts Österreich: "Der Grinch" ist Umsatzmillionär. Blickpunkt Film. 10. Dezember 2018. Abgerufen am 23. Dezember 2018.