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Śląsk Wrocław

polnischer Fußballverein

Śląsk Wrocław (voller Name Wrocławski Klub Sportowy Śląsk Wrocław SA, zu deutsch „Breslauer Sportklub Schlesien Breslau“) ist ein Sportverein aus der polnischen Stadt Wrocław. Śląsk Wrocław steht auf dem achten Platz der Ewigen Tabelle der Ekstraklasa.

Śląsk Wrocław
Slask Wroclaw Logo.jpg
Basisdaten
Name Wrocławski Klub Sportowy
Śląsk Wrocław SA
Sitz Breslau
Gründung 1947
Farben grün-weiß-rot
Präsident PolenPolen Michał Bobowiec
Website slaskwroclaw.pl
Erste Mannschaft
Cheftrainer TschechienTschechien Vítězslav Lavička
Spielstätte Stadion Miejski
Plätze 42.771
Liga Ekstraklasa
2018/19 12. Platz
Heim
Auswärts

GeschichteBearbeiten

Der Verein wurde 1946 als Pionier Wrocław gegründet und in den 50ern in OWKS Wrocław (Okręgowy Wojskowy Klub Sportowy, in dt. in etwa als Kreis-Armeesportklub zu übersetzen) und CWKS Wrocław (Centralny Wojskowy Klub Sportowy, dt. zentraler Armeesportklub) umbenannt, bevor er 1957 zum WKS Śląsk Wrocław (Wojskowy Klub Sportowy, dt. Armeesportklub) wurde. Seit 1997 steht das WKS für Wrocławski Klub Sportowy (Breslauer Sportklub), was die Lösung von der Trägerschaft der Armee dokumentiert.

Die Farben des Vereins sind Grün-Weiß-Rot. Diese Farben bilden auch die Umrandung des Vereinswappens, in dessen Mitte das von 1948 bis 1990 gültige Stadtwappen zu sehen ist, das auf der linken Seite den polnischen und auf der rechten Seite den schlesischen Adler zeigt. Neben der Fußball- verfügte der Klub über eine bekannte Basketball-Abteilung und über eine Handball-Abteilung, deren erste Herren-Mannschaft 15-mal polnischer Meister wurde.

FußballabteilungBearbeiten

Die Fußballer von Śląsk spielten von 1964 bis 1969, von 1973 bis 1993, von 1995 bis zum Rückzug nach 32 Spieltagen in der Saison 1996/97, von 2000 bis 2002 und wieder ab 2008 in der höchsten polnischen Liga. Spielstätte war bis 2011 das Stadion an der ul. Oporowska in Breslau-Gräbschen (Grabiszyn), das bis 1945 Spielstätte der Breslauer Sportvereinigung 02 (BSV 02) war, des damals in der Stadt dominierenden Vereins. Zu Europapokalspielen in den 1970er- und 1980er-Jahren wich der WKS Śląsk in das weitaus größere Breslauer Olympiastadion aus. Das im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft 2012 erbaute neue Stadion Miejski wurde in der Hinserie der Saison 2011/12 vom Verein bezogen.[1]

Da der Verein in der Spielzeit 2010/11 Vizemeister der Ekstraklasa geworden war, war man in der Saison 2011/12 für die Qualifikation der UEFA Europa League berechtigt. Nachdem man in der zweiten Runde den schottischen Vertreter Dundee United nach einem 1:0-Sieg daheim und einer 2:3-Niederlage auswärts ausgeschaltet hatte, bezwang der Klub auch in der dritten Runde nach Elfmeterschießen den bulgarischen Vertreter Lokomotive Sofia mit 4:3 und zog in die Play-Offs des Wettbewerbs ein, in denen man auf den rumänischen Club Rapid Bukarest traf und nach einem 1:3 und einem 1:1 ausschied.

In der Saison 2011/12 wurde Śląsk nach dem Umzug ins Stadion Miejski in der Liga erstmals Tabellenführer. Die Führung wechselte bis Saisonschluss mehrfach. Am letzten Spieltag sicherte sich die Mannschaft durch ein 1:0 bei Vorjahresmeister Wisła Krakau (Torschütze Rok Elsner) den zweiten Meistertitel nach 1977, mit einem Punkt Vorsprung vor den schlesischen Nachbarn von Ruch Chorzów und drei Punkten vor dem lange führenden Hauptstadtklub Legia Warschau. Als Meister qualifizierte man sich für die Qualifikationsrunde zur Champions League. Nachdem man in der zweiten Qualifikationsrunde gegen FK Budućnost Podgorica gewonnen hatte, scheiterte man an Helsingborgs IF und trat in den Play-offs zur Europa League gegen Hannover 96 an. Nach einem 3:5 im Heimspiel verlor man das Rückspiel in Hannover mit 1:5 und schied aus dem Wettbewerb aus.

Śląsk Wrocław steht mit Ablauf der Saison 2017/18 auf dem achten Platz der Ewigen Tabelle der Ekstraklasa.

FansBearbeiten

Die Fans von Śląsk Wrocław nennen sich Szlachta z Wrocławia. In den 1980er Jahren waren viele Fans des Vereins in der freien Gewerkschaft Solidarność und der extremeren Solidarność Walcząca aktiv, die gegen das kommunistische Regime in Polen kämpften. Es ist daher nicht ungewöhnlich, antikommunistische und patriotische Parolen auf den Tribünen zu sehen.

Die Fans hegen eine Fan-Freundschaft mit Lechia Gdańsk, Wisła Krakau (Drei Könige der großen Städte, Polnisch: Trzej Królowie Wielkich Miast), Motor Lublin, Miedź Legnica und dem tschechischen Verein SFC Opava.

Eine besonders große Rivalität wird hingegen zu dem nahliegendem Verein Zagłębie Lubin gepflegt. Spiele gegen Lubin sind daher oftmals, auf Grund der Gewaltbereitschaft von polnischen Hooligans, Risikospiele. Die Rivalität besteht bereits seit der Gründung beider Vereine.

Kader 2019/20Bearbeiten

(Stand: 5. August 2019)

Nr. Position Name
1 Slowakei  TW Matúš Putnocký
3 Polen  AB Piotr Celeban
4 Kroatien  AB Dino Stiglec
5 Spanien  AB Israel Puerto
6 Polen  MF Michał Chrapek
7 Slowakei  ST Róbert Pich
8 Polen  ST Przemysław Płacheta
9 Spanien  ST Erik Expósito
10 Polen  MF Mateusz Radecki
11 Polen  ST Mateusz Cholewiak
12 Polen  TW Dariusz Szczerbal
14 Polen  AB Wojciech Golla
15 Polen  ST Daniel Szczepan
17 Polen  AB Mariusz Pawelec
18 Sambia  ST Lubambo Musonda
Nr. Position Name
20 Polen  AB Mateusz Holownia
21 Polen  MF Jakub Łabojko
22 Polen  TW Daniel Kajzer
23 Kroatien  MF Diego Živulić
27 Spanien  ST Sito Riera
23 Polen  AB Paweł Zieliński
24 Polen  ST Piotr Samiec-Talar
25 Polen  MF Damian Gąska
26 Polen  ST Daniel Łuczak
28 Polen  AB Łukasz Broź
29 Polen  AB Krzysztof Mączyński
30 Polen  AB Kamil Dankowski
33 Polen  MF Adrian Lyszczarz
34 Polen  AB Paweł Kucharczyk
35 Polen  MF Bartosz Borun

ErfolgeBearbeiten

EuropapokalbilanzBearbeiten

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1975/76 UEFA-Pokal 1. Runde Schweden  GAIS Göteborg 5:4 1:2 (A) 4:2 (H)
2. Runde Belgien  Royal Antwerpen 3:2 1:1 (H) 2:1 (A)
Viertelfinale England  FC Liverpool 1:5 1:2 (H) 0:3 (A)
1976/77 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Malta  FC Floriana 6:1 4:1 (A) 2:0 (H)
2. Runde Irland  Bohemians Dublin 4:0 3:0 (H) 1:0 (A)
Viertelfinale Italien  SSC Neapel 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)
1977/78 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Bulgarien 1971  DFS Lewski-Spartak Sofia 2:5 0:3 (A) 2:2 (H)
1978/79 UEFA-Pokal 1. Runde Zypern 1960  AEK Larnaka 7:3 2:2 (A) 5:1 (H)
2. Runde Island  ÍBV Vestmannaeyja 4:1 2:1 (A) 2:0 (H)
3. Runde Deutschland Bundesrepublik  Borussia Mönchengladbach 3:5 1:1 (A) 2:4 (H)
1980/81 UEFA-Pokal 1. Runde Schottland  Dundee United 2:7 0:0 (H) 2:7 (A)
1982/83 UEFA-Pokal 1. Runde Sowjetunion  FK Dynamo Moskau 3:2 2:2 (H) 1:0 (A)
2. Runde Schweiz  Servette FC Genève 1:7 0:2 (H) 1:5 (A)
1987/88 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Spanien  Real Sociedad San Sebastián 0:2 0:0 (A) 0:2 (H)
2011/12 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Schottland  Dundee United (a)3:3(a) 1:0 (H) 2:3 (A)
3. Qualifikationsrunde Bulgarien  Lokomotive Sofia 0:0
(4:3 i. E.)
0:0 (H) 0:0 n. V. (A)
Play-offs Rumänien  Rapid Bukarest 2:4 1:3 (H) 1:1 (A)
2012/13 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Montenegro  FK Budućnost Podgorica 2:1 2:0 (A) 0:1 (H)
3. Qualifikationsrunde Schweden  Helsingborgs IF 1:6 0:3 (H) 1:3 (A)
2012/13 UEFA Europa League Play-offs Deutschland  Hannover 96 04:10 3:5 (H) 1:5 (A)
2013/14 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Montenegro  FK Rudar Pljevlja 6:2 4:0 (H) 2:2 (A)
3. Qualifikationsrunde Belgien  FC Brügge 4:3 1:0 (H) 3:3 (A)
Play-offs Spanien  FC Sevilla 1:9 1:4 (H) 0:5 (A)
2015/16 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Slowenien  NK Celje 4:1 1:0 (A) 3:1 (H)
2. Qualifikationsrunde Schweden  IFK Göteborg 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Wettbewerb Sp S U N T+ T-
UEFA Champions League 06 01 01 04 05 12
Europapokal der Pokalsieger 08 04 02 02 10 05
UEFA-Pokal / Europa League 36 11 11 14 53 70
Gesamt 50 16 14 20 68 87

Stand: 26. Juli 2017

TrainerBearbeiten

SpielerBearbeiten

BasketballabteilungBearbeiten

Die 1. Basketballmannschaft des WKS Śląsk Wrocław (vorherige Namen: ASCO Śląsk Wrocław, Bergson Śląsk Wrocław, Era Śląsk Wrocław, Deichman Śląsk Wrocław, Idea Śląsk Wrocław, Zepter Śląsk Wrocław, Śląsk Wrocław, PCS Śląsk Wrocław) spielt in der Tauron Basket Liga. Śląsk Wrocław ist polnischer Basketball-Rekordmeister.

ErfolgeBearbeiten

  • Polnischer Meister: 1965, 1970, 1977, 1979, 1980, 1981, 1987, 1991, 1992, 1993, 1994, 1996, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002
  • Polnischer Basketballpokal: 1957, 1959, 1972, 1973, 1977, 1980, 1989, 1990, 1992, 1997, 2004, 2005
  • Polnischer Basketballsuperpokal: 1999, 2000

HandballabteilungBearbeiten

WKS Śląsk Wrocław spielt in der PGNiG Superliga Mężczyzn, Polens höchster Spielklasse. Mit 15 gewonnenen Meisterschaften und sechs Pokalsiegen ist er der erfolgreichste polnische Club auf nationaler Ebene und seit seinem fünften Titelgewinn 1965 ununterbrochen polnischer Rekordmeister. Zwischen 1957 und 2004 landete die Śląsk-Mannschaft 35-mal auf einem der ersten drei Plätze in der polnischen Meisterschaft. Die Glanzzeit des Vereins waren die 1970er-Jahre, in denen er, unter anderem mit dem späteren Göppinger Bundesligaspieler Jerzy Klempel, siebenmal nacheinander Meister wurde. 1978 erreichte die Mannschaft als erstes polnisches Team das Endspiel im Europapokal der Landesmeister, unterlag dort jedoch dem SC Magdeburg mit 22:28 (10:18). Mit den beiden Finalteilnahmen von GKS Wybrzeże Gdańsk 1986 und 1987 im selben Wettbewerb stellt dies den bis dato größten Erfolg des polnischen Vereinshandballs dar. Im Jahr 2009 stieg der Verein nach längerer Abwesenheit unter dem Namen AS-BAU Śląsk Wrocław wieder in die höchste Spielklasse Ekstraklasa auf.

ErfolgeBearbeiten

  • Polnischer Meister: 1958, 1961, 1962, 1963, 1965, 1967, 1972, 1973, 1974, 1975, 1976, 1977, 1978, 1982, 1997
  • Polnischer Pokalsieger: 1959, 1965, 1969, 1976, 1981, 1982, 1989
  • Europapokal-Finalist: 1978

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Slasknet.com: Historia, abgerufen am 19. September 2013