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Österreichische Lösung

Als österreichische Lösung wird in Österreich die vermeintliche Lösung eines Problems bezeichnet, die meistens in einem Kompromiss besteht, der alle Beteiligten zufrieden stellen soll, oft aber das Gegenteil bewirkt. Es handelt sich um ein geflügeltes Wort, das in den österreichischen Medien ausgiebig gebraucht wird, meist mit negativer Konnotation. Breite Anwendung finden österreichische Lösungen vor allem in Politik und Verwaltung. Beispiel für eine österreichische Lösung ist der derzeit noch gültige Nichtraucherschutz in Österreich.[1] Die österreichische Lösung ist Teil der Realverfassung.

Inhaltsverzeichnis

Frühe BeispieleBearbeiten

„Es wird also eine Lösung netto für ein Jahr sein und nächstes Jahr geht der Jammer von frischem los! Das nennt man wohl eine echt österreichische Lösung!“

Arbeiter Zeitung vom 9. Februar 1911[2]

„Ja, sogar die Revolution ist sehr anständig gemacht worden [Im Gegensatz zur turbulenteren deutschen Novemberrevolution] und so haben sich auch nach den Wahlen die roten [Sozialdemokraten] und schwarzen [Christlichsoziale] Führer zusammengesetzt, um anständig die Stellen an der Krippe zu verteilen. / Wie in einer verkrachten Schmiere wird bei uns auf Teilung gespielt und das Publikum hat eben bloß Entree zu zahlen / Auch das wird sehr anständig besorgt. / Renner [Sozialdemokrat, Staatskanzler] und Weiskirchner [Christlichsozialer, Bürgermeister von Wien] als Partner – eine echt österreichische Lösung. «Wir werden kan' Richter nöt brauch'n». / Kein Wunder, wenn das Ausland sich so gar nichts aus uns macht. Es kennt uns gar nicht.“

Wiener Caricaturen vom 10. März 1919[3]

„Es ist eine echt österreichische Lösung - so echt österreichisch, daß man sie hätte voraussagen können. Darf der Remarque-Film gespielt werden? Nun - o, du mein Österreich! -, von fünf bis sieben Uhr ja, aber nach sieben Uhr nicht!“

– Arbeiter Zeitung vom 9. Jänner 1931[4]

„In Wirklichkeit sollten nach dem Statut der Nationalbank solche Finanz- oder Mobilisierungswechsel von der Belehnung überhaupt ausgeschlossen sein. Die Erhöhung der Eskontierungsgebühr zur Beschönigung solcher Wechselbelehnungen ist eine echt österreichische Lösung: man begeht einen Verstoß, aber hebt dafür eine höhere Gebühr ein …“

– Arbeiter Zeitung vom 20. März 1932[5]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. derstandard.at - „Kdolsky: Gute österreichische Lösung“
  2. Die italienische Rechtsfakultät. In: Arbeiter-Zeitung, 9. Februar 1911, S. 3 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/aze
  3. Weltbühne. In: Wiener Caricaturen, 10. März 1919, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wcc
  4. Mehr als ein Film!. In: Arbeiter-Zeitung, 9. Jänner 1931, S. 1 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/aze
  5. Wirtschaft und Gewerkschaft - Kienböcks Eskontierungsgebühr. In: Arbeiter-Zeitung, 20. März 1932, S. 9 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/aze