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Édouard Louis

französischer Schriftsteller
Édouard Louis auf der Frankfurter Buchmesse 2017

Édouard Louis, geboren als Eddy Bellegueule (* 30. Oktober 1992 in Hallencourt), ist ein französischer Schriftsteller und Student, der in Frankreich mit seinem Debütroman En finir avec Eddy Bellegueule 2014 (dt. Das Ende von Eddy) einen Bestseller landete.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WirkenBearbeiten

Louis, 1992 als Eddy Bellegueule geboren, entstammt einfachen, schwierigen Verhältnissen und wuchs in der kleinen Ortschaft Hallencourt in der Picardie auf.[1] Schon als Kind erfuhr er aufgrund seiner Homosexualität immer wieder Diskriminierung, Mobbing und Gewalt, was ihn schließlich dazu brachte, nach Amiens, später nach Paris zu ziehen und seinen Namen zu ändern. Dort studiert er als Schüler von Didier Éribon an der École normale supérieure Soziologie und beschäftigte sich eingehend mit dem Werk des Soziologen Pierre Bourdieu, über den er ein Buch geschrieben hat. Er widmete seinen ersten Roman Éribon.[2]

In seinem literarischen Erstlingswerk En finir avec Eddy Bellegueule, beschreibt Louis die Probleme eines jugendlichen Außenseiters mit homosexuellem Hintergrund in der französischen Provinz. Die Versuche von Anpassung und das Scheitern dieser Versuche, die ihn letztlich zur Flucht in die Stadt zwingen, werden darin ausführlich dargestellt. Der Roman hat autobiographische Bezüge; er wurde in Frankreich bisher rund 200.000 Mal verkauft.

In dem Roman Im Herzen der Gewalt schildert er eine Vergewaltigung durch einen Algerier, den er in einer Nacht kennenlernte, den anschließenden Mordversuch durch den Vergewaltiger und das eigene Bewusstsein, dadurch selbst kurzzeitig zum xenophoben Menschen zu werden. Es geht ihm jedoch bei diesem wie bei dem vorigen Buch um mehr:

„Ich wollte aus der Gewalt einen literarischen Ort machen, so wie Marguerite Duras das mit der Leidenschaft gemacht hat oder Claude Simon mit dem Krieg. Es geht um die Gewalt, die meist unsichtbar ist. Genau darin besteht die Kraft der Literatur: Mit Worten das Unsichtbare zu zeigen.“[3]

Édouard Louis wohnt und studiert in Paris.

WerkeBearbeiten

  • Gemeinsam mit Geoffroy de Lagasnerie: »Manifest für eine intellektuelle und politische Gegenoffensive«, (auf Deutsch in dem Band »Wie wir leben wollen« (Hrsg.: Matthias Jügler, Suhrkamp 2016) erschienen)[6],

AuszeichnungenBearbeiten

  • 2014: Pierre Guénin-Preis gegen Homophobie[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Seronet: Qui est vraiment Eddy Bellegueule ? Abgerufen am 28. Dezember 2016
  2. Édouard Louis: "Im Herzen der Gewalt" - Die Eskalation einer spontanen Liebesnacht. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 3. Dezember 2017]).
  3. Alex Rühle: Wie aus einer Vergewaltigung eine literarische Aufarbeitung wird. In: sueddeutsche.de. 3. September 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 3. Dezember 2017]).
  4. Die Hölle, die ist woanders. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. Februar 2015, S. 38
  5. Homophobie in der Provinz: Ein Herz, verschlossen wie eine Auster Der Spiegel, 19. Februar 2015
  6. Wie wir leben wollen: Texte für Solidarität und Freiheit Hg.: Matthias Jügler - Suhrkamp Insel Bücher Buchdetail. Abgerufen am 3. Dezember 2017.
  7. Der Gangster mit der zarten Haut in FAZ vom 21. September 2017, Seite 10
  8. Über Edouard Louis. perlentaucher.de; abgerufen am 3. Dezember 2017.