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Édouard Gremaud

Édouard Gremaud (* 13. November 1925 in Vuadens; † 19. Oktober 1992 in Freiburg) war ein Schweizer Politiker und Staatsrat des Kantons Freiburg.

LebenBearbeiten

Édouard Gremaud war der Sohn von Joseph-Arsène, Müller und Grossrat, und Marthe Monique geb. Romanens. Er heiratete Cécile Kuhn.

Nach einer kaufmännischen Ausbildung war Gremaud in landwirtschaftlichen Berufsorganisationen (Direktor der Landwirtschaftskammer, Präsident des Verbands der Westschweizer Landwirtschaftsvereinigungen) und als Adjunkt des Abteilungsleiters im Landwirtschaftsdepartement des Kantons Freiburg (1952–1955) tätig. Von 1963 bis 1981 verwaltete er die Autonome Landwirtschaftliche Amortisationskasse. Als CVP-Grossrat (1966–1981) reichte er 1979 eine Motion ein, die eine echte, zwölf Punkte umfassende Familienhilfe-Politik verlangte (Zulagen, Stipendien, Sozialversicherungsbeitrag, soziale Abzüge, angemessene Löhne, Vergütungen für Lehrlinge und Studierende, juristischer Schutz für Mütter, Familienhilfe, Unterstützung für werdende Mütter in Not, Schutz gegen Gefahren, Solidaritätsbeitrag). Im Jahr 1981, in dem das 500-Jahr-Jubiläum des Eintritts Freiburgs in die Eidgenossenschaft begangen wurde, war er Grossratspräsident und leitete die Gedenkfeier des Kantonsparlaments.

1971 ein erstes Mal als Staatsratskandidat aufgestellt, verzichtete Édouard Gremaud auf seine Kandidatur, um die Wahl des verbündeten GBG-Vertreters Joseph Cottet zu sichern, der auf der CVP-Liste stand, doch im ersten Wahlgang nur auf dem sechsten Platz landete. Dennoch erhielt er 19 000 Stimmen (32 %). 1981 wurde er zum Staatsrat gewählt und übernahm die Volkswirtschafts-, Verkehrs- und Energiedirektion, die er während zwei Amtszeiten bis 1991 leitete. 1986 und 1991 war er Staatsratspräsident. Seine Politik führte jene seiner Vorgänger Paul Torche und Pierre Dreyer weiter und wurde durch eine gute Konjunkturlage gefördert.

Édouard Gremaud unterbreitete dem Grossen Rat ein Gesetz über die Förderung des sozialen Wohnungsbaus (1985), das immer noch in Kraft ist, und verschiedene Gesetzestexte, die vollständig revidiert wurden: über die Energie, die Einführung von Maßnahmen zur regionalen Wirtschaftsförderung (1986), die Berufsbildung und über die Einführung eines Mietgerichts (als Antwort auf eine Initiative des Freiburgischen Mieterverbands, 1989). Er setzte sich für die berufliche Weiterbildung, die Förderung computergestützter Herstellungsverfahren (CIM) und die Einrichtung eines Westschweizer CIM-Zentrums in Freiburg ein (1991) und veranlasste die Planung eines (heute realisierten) Neubaus für die Ingenieurschule und den Erwerb des dafür erforderlichen Grundstücks. Des Weiteren befasste er sich mit der Modernisierung des Verkehrsnetzes. Als Energiedirektor präsentierte er in detaillierter Form die Energiepolitik des Staatsrats (8. Juni 1989).

Nach seinem Tod am 19. Oktober 1992 widmete ihm die Liberté einen Nachruf, in dem sie ihn als robusten, doch sensiblen Menschen mit unerschütterlichem Optimismus würdigte.

LiteraturBearbeiten