Wolfgang Stark
| Wolfgang Stark | ||
| Persönliches | ||
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Stark bei einem internationalen Einsatz während einer Diskussion mit Gabriel Heinze
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| Name | Wolfgang Stark | |
| Geburtstag | 20. November 1969 | |
| Geburtsort | Landshut | |
| Land | Deutschland | |
| Vereinsinformationen | ||
| Verein | DJK Altdorf | |
| Einstufung | ||
| seit 1994 seit 1996 seit 1997 seit 1999 |
DFB-Schiedsrichter 2. Bundesliga 1. Bundesliga FIFA-Schiedsrichter A-Länderspiele Europapokal |
28 54 |
| Turniere | ||
| U-17 WM 1999 U-18 EM 1999 U-20 WM 2007 Olympische Sommerspiele 2008 Fußball-Weltmeisterschaft 2010 Fußball-Europameisterschaft 2012 |
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Wolfgang Stark (* 20. November 1969 in Landshut) ist ein deutscher FIFA-Schiedsrichter der DJK Altdorf in Bayern.
Karriere
National
Der Bankkaufmann ist seit 1994 DFB-Schiedsrichter. In der 2. Bundesliga hatte der 190 cm große Mann seit 1996 53 Einsätze, in der Bundesliga seit 1997 222 Einsätze. Seine erste Partie in der Bundesliga lautete am 4. April 1997 1. FC Köln gegen den MSV Duisburg. (Stand: Saisonbeginn 2012/2013)
Im Jahr 2010 wurde er vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum Schiedsrichter des Jahres gewählt.[1] In einer Umfrage des Fachblatts Kicker unter 286 Spielern aus der 1. Liga wurde er zum schlechtesten Unparteiischen der Hinrunde der Saison 2010/11 gewählt.[2]
Am 21. Mai 2011 leitete Stark das Finale des DFB-Pokal zwischen dem MSV Duisburg und dem FC Schalke 04 im Berliner Olympiastadion. Schalke 04 gewann das Spiel mit 5:0 und wurde zum fünften Mal Pokalsieger.
Am 15. Mai 2012 leitete er das Relegations-Rückspiel um den 18. Platz in der 1. Fußball-Bundesliga, bei dem Fortuna Düsseldorf (3. der 2. Liga) nach dem 2:1 im Hinspiel mit einem 2:2 (1:1) gegen Hertha BSC (16. der 1. Liga) den Aufstieg perfekt machte. Die Begegnung stand mehrfach vor dem Abbruch: erst schossen Berliner Fans Leuchtraketen auf das Feld, in der Nachspielzeit war die Partie für 20 Minuten unterbrochen, da Düsseldorfer Fans vorzeitig den Rasen gestürmt hatten. Schiedsrichter Wolfgang Stark erstattete Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen den Spieler Lewan Kobiaschwili von Hertha BSC.[3][4][5] Das DFB-Sportgericht verurteilte Kobiaschwili am 4. Juni 2012 zu einer siebenmonatigen Sperre bis zum 31. Dezember 2012. Es ist die längste Sperre, die bis dahin im deutschen Profifußball gegen einen Spieler verhängt wurde.[6][7] Am 8. Dezember 2012 dem 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga 2012/13 leitete Stark das Spiel Borussia Dortmund gegen den VfL Wolfsburg im Signal Iduna Park. Hierbei hatte der Schiedsrichter zusammen mit den beiden Assistenten eine Fehlentscheidung getroffen, für die sich Wolfgang Stark direkt nach dem Spiel bei einem Interview entschuldigt hatte. Das Spiel ging mit 2:3 für die Gäste aus. [8]
International
FIFA-Schiedsrichter ist er seit 1999 und leitete dabei 28 A-Länderspiele und 54 Europapokalspiele. Im Einsatz war er auch bei der U-17 WM 1999 in Neuseeland und der U-18 EM 1999 in Schweden. Im September 2001 war er für vier Wochen Schiedsrichter in der japanischen J-League.
Auch bei der U-20 WM 2007 in Kanada kam Stark zum Einsatz, stand jedoch im Mittelpunkt schwerer Tumulte im Anschluss an das Halbfinalspiel zwischen Chile und Argentinien. Chilenische Spieler fühlten sich massiv benachteiligt, weil Argentinier durch Schwalben einige gelbe und rote Karten gegen chilenische Spieler provozierten. Hatten während des Spiels chilenische Spieler nach einer umstrittenen Entscheidung Starks einen ihrer Fans noch daran gehindert, Stark zu attackieren, so griffen nach Spielende sowohl Spieler als auch Zuschauer Stark an, der nur von Ordnern geschützt den Platz verlassen konnte. Bei den anschließenden Tumulten verhaftete die kanadische Polizei vorübergehend mehrere chilenische Spieler.
2008 wurde er neben Christine Beck als einziger männlicher deutscher Schiedsrichter mit den Assistenten Jan-Hendrik Salver und Volker Wezel zu den Olympischen Sommerspielen in Peking berufen.[9] Am 14. Mai 2010 wurde er vom Weltverband FIFA ins Aufgebot der Unparteiischen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 berufen. Jan-Hendrik Salver und Mike Pickel unterstützen Stark dabei als Schiedsrichterassistenten.
Am 12. Juni 2010 leitete er das Spiel Argentinien gegen Nigeria bei der WM in Südafrika, welches Argentinien mit 1:0 für sich entschied. Obwohl sich der argentinische Trainer Diego Maradona mehrfach über Starks Spielleitung beschwerte,[10] bescheinigten ihm neutrale Beobachter wie das Fachblatt Kicker eine „fehlerfreie“ Leistung.[11] Ähnlich souverän leitete Stark auch seine zweite WM-Partie Slowenien gegen England. Die Spielansetzung des Schiedsrichters gerade für dieses Spiel, welches über den möglichen deutschen Achtelfinalgegner entschied, wurde jedoch teilweise von den Medien kritisiert.[12] Bei seinem dritten WM-Einsatz verweigerte Stark Uruguay beim Achtelfinalsieg gegen Südkorea einen Elfmeter.[13]
Als im Vorfeld des Halbfinal-Hinspiels der UEFA Champions League 2010/11 zwischen Real Madrid und FC Barcelona Starks Ernennung als Schiedsrichter bekannt wurde, gab es in Spanien einen heftigen Streit um seine mögliche Befangenheit. So galt Stark wegen entsprechender Äußerungen als Fan von Lionel Messi. [14]
Am 20. Dezember 2011 gab die UEFA bekannt, dass Stark als einer der zwölf Schiedsrichter nominiert wurde, die die Spiele bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 leiten sollen.[15]
Am 9. Mai 2012 leitete Stark das Finale der UEFA Europa League in Bukarest zwischen Atlético Madrid und Athletic Bilbao, welches Madrid mit 3:0 für sich entscheiden konnte.[16]
Bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 leitete Stark das Vorrundenspiel der Gruppe A zwischen Gastgeber Polen und Russland und hinterließ einen guten Gesamteindruck. In der politisch brisanten und emotionsgeladenen Partie behielt er zu jeder Zeit den Überblick und unterstrich seinen Ruf als Deutschlands derzeit bester Unparteiischer.[17] Die Spitzenfunktionäre im deutschen Schiedsrichterwesen gratulierten Wolfgang Stark zu seiner Leistung. „Stark habe in einem kniffligen Duell seine Spielleitung auf den Charakter ausgerichtet, war großzügig bei Zweikämpfen und strikt gegen unsportliche Tendenzen“, lobte Lutz Michael Fröhlich, der stellvertretende Vorsitzende der DFB-Schiedsrichterkommission.[18]
Herbe Kritiken brachte Stark sein Einsatz im zweiten von ihm geleiteten EM-Spiel 2012 ein.[19] In der Begegnung Kroatien gegen Spanien am 18. Juni 2012 (Vorrundengruppe C) verweigerte der Schiedsrichter den Kroaten laut Beobachter- und Expertenmeinungen einen eindeutigen Strafstoß. Diese Einschätzung unterstützte auch der frühere Schweizer FIFA-Schiedsrichter Urs Meier, der als TV-Experte Schiedsrichterleistungen und -entscheidungen kommentiert.[20] Der kroatische Spieler Vedran Ćorluka bezeichnete Stark aufgrund einer weiteren Fehlentscheidung als „Blindfisch“. „Zwei klare Elfmeter: Stark verschont uns“, wird die spanische Presse zitiert.[21] Auch ein nichtgeahndetes Handspiel des Spaniers Iniesta unmittelbar vor der Torvorlage wurde dem Schiedsrichter als Fehlentscheidung zur Last gelegt.[22] Kroatien schied infolge des Spielergebnisses (0:1) nach der Vorrunde aus. Wolfgang Stark wurde für die Spiele der Ausscheidungsrunde nicht berücksichtigt. Trotz seines Ausscheidens erhielt er Lob und Rückenstärkung.[23]
Am 30. März 2013 kam Stark in der tschechischen Gambrinus Liga beim Spitzenspiel zwischen Sparta Prag und dem FC Viktoria Plzeň zum Einsatz. Er ist damit der erste ausländische Schiedsrichter, der eine Partie in der höchsten tschechischen Liga leitete. Sparta Prag konnte das Spiel mit 1:0 gewinnen.
Übersicht Turnierteilnahmen
- Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika (3 Einsätze):
| Gruppe B | 12. Juni 2010 | 16:00 Uhr | 1:0 (1:0) | |
| Gruppe C | 23. Juni 2010 | 16:00 Uhr | 0:1 (0:1) | |
| Achtelfinale | 26. Juni 2010 | 16:00 Uhr | 2:1 (1:0) |
- Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine (2 Einsätze):
| Gruppe A | 12. Juni 2012 | 20:45 Uhr | 1:1 (0:1) | |
| Gruppe C | 18. Juni 2012 | 20:45 Uhr | 0:1 (0:0) |
Privatleben
Stark ist verheiratet und hat ein Kind. Hauptberuflich ist er bei der Sparkasse Landshut im Bereich Vertriebssteuerung beschäftigt. Den beruflichen Tätigkeitsumfang musste er jedoch 2007 wegen seiner Schiedsrichtertätigkeit auf 50 % reduzieren.[24]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ "Stark folgt auf Meyer", in: Kicker online vom 9. Juni 2010
- ↑ [1] nicht mehr abrufbar, 18. Mai 2012
- ↑ "Referee Stark zeigt Hertha-Spieler an", dpa am 18. Mai 2012
- ↑ "Spielt Kobiaschwili nie wieder Fußball?", in: BILD online vom 19. Mai 2012
- ↑ "Schiedsrichter Stark hat Hertha-Spieler angezeigt", in Der Tagesspiegel online vom 18. Mai 2012
- ↑ DFB verhängt Rekordstrafe gegen Kobiaschwili, in: Spiegel online vom 4. Juni 2012
- ↑ DFB-Sportgericht sperrt Kobiaschwili, Kraft und Mijatovic DFB-Homepage, News-Meldung vom 4. Juni 2012
- ↑ http://sport.msn.de/news/fussball/bundesliga/startseite/578885/artikel_der-dfb-will-schmelzer-nicht-sperren.html in: msn vom 9. Dezember 2012
- ↑ „Stark und Beck pfeifen bei Olympia“, in: FOCUS online vom 25. April 2008
- ↑ Tim Jürgens: „Messi, Maradona, Magie“, in: 11Freunde vom 12. Juni 2010
- ↑ „Heinze zeigt Messi, wie es geht“, in: Kicker online vom 12. Juni 2010
- ↑ Artikel in taz.de vom 23. Juni 2010 (Version vom 29. August 2010 im Internet Archive)
- ↑ „Dank Suarez steht Uruguay im Viertelfinale“, in: Kicker online vom 26. Juni 2010
- ↑ http://www.sueddeutsche.de/sport/champions-league-real-vs-bara-stark-gegen-mourinho-1.1089497
- ↑ "Schiedsrichter für UEFA EURO 2012 ernannt", uefa.com, veröffentlicht am 19. Dezember 2011
- ↑ "Stark pfeift in Bukarest", uefa.com, veröffentlicht am 7. Mai 2012
- ↑ „Wolfgang Stark hält, was sein Name verspricht“, Der Westen (WAZ), vom 13. Juni 2012
- ↑ "Guter Auftakt für Wolfgang Stark", Kicker online vom 13. Juni 2012
- ↑ Heftige Kritik an Schiedsrichter Stark in Kroatien, WELT online vom 19. Juni 2012
- ↑ Oliver Völkl: Wolfgang Stark verweigert Kroatien einen Elfmeter, FOCUS online vom 19. Juni 2012
- ↑ Heftige Kritik am deutschen Schiedsrichter - „Stark hat Kroatien rausgeworfen“, Kicker online vom 19. Juni 2012
- ↑ Das Erste (ARD), Tagesschau am 19. Juni 2012
- ↑ „EM-Aus für Stark nach Vorrunde - DFB-Lob“, Neue Osnabrücker Zeitung vom 20. Juni 2012
- ↑ "Wolfgang Stark pfeift in Südafrika", dpa, in: stern.de vom 14. Mai 2010
| 2008/2009 Florian Meyer |
Schiedsrichter des Jahres Saison 2009/2010 |
2010/2011 Manuel Gräfe |
Cüneyt Çakır (Türkei) | Carlos Velasco Carballo (Spanien) | Jonas Eriksson (Schweden) | Viktor Kassai (Ungarn) | Björn Kuipers (Niederlande) | Stéphane Lannoy (Frankreich) | Pedro Proença (Portugal) | Nicola Rizzoli (Italien) | Damir Skomina (Slowenien) | Wolfgang Stark (Deutschland) | Craig A. Thomson (Schottland) | Howard Webb (England)
Nur als vierte Offizielle eingesetzt wurden:
Marcin Borski (Polen) | Tom Harald Hagen (Norwegen) | Pavel Královec (Tschechien) | Wiktor Schwezow (Ukraine)
UEFA-Pokal (Das Finale wurde bis 1997 im Hin- und Rückspiel ausgetragen.)
1972: Bəhramov und van Ravens | 1973: Linemayr und Kazakov | 1974: Scheurer und Lo Bello | 1975: Palotai und Schiller | 1976: Biwersi und Glöckner | 1977: Corver und Linemayr | 1978: Maksimović und Rainea | 1979: Foote und Michelotti | 1980: Muro und Ponnet | 1981: Prokop und Eschweiler | 1982: Carpenter und Courtney | 1983: Dotschew und Corver | 1984: Galler und Roth | 1985: Vautrot und Ponnet | 1986: Courtney und Valentine | 1987: Kirschen und Igna | 1988: Krchñák und Keizer | 1989: Germanakos und Sánchez Arminio | 1990: Soriano Aladrén und Schmidhuber | 1991: Spirin und Quiniou | 1992: Worrall und Petrović | 1993: Puhl und Blankenstein | 1994: Nielsen und McCluskey | 1995: A. López Nieto und van den Wijngaert | 1996: Muhmenthaler und Zhuk | 1997: Batta und García Aranda | 1998: A. López Nieto | 1999: Dallas | 2000: J. López Nieto | 2001: Veissière | 2002: Melo Pereira | 2003: Micheľ | 2004: Collina | 2005: Poll | 2006: Fandel | 2007: Busacca | 2008: Fröjdfeldt | 2009: Medina Cantalejo
UEFA Europa League
2010: Rizzoli | 2011: Velasco Carballo | 2012: Stark | 2013: Kuipers
Deniz Aytekin | Felix Brych | Bastian Dankert | Christian Dingert | Jochen Drees | Marco Fritz | Peter Gagelmann | Manuel Gräfe | Robert Hartmann | Thorsten Kinhöfer | Knut Kircher | Florian Meyer | Günter Perl | Markus Schmidt | Daniel Siebert | Peter Sippel | Wolfgang Stark | Tobias Stieler | Michael Weiner | Tobias Welz | Guido Winkmann | Felix Zwayer
Tschammerpokal:
1935: Birlem | 1936: Zacher | 1937: Grabler | 1938: Rühle | 1939: Schütz | 1940: Pennig | 1941: Fink | 1942: Multer | 1943: Schmetzer
DFB-Pokal:
1953: Reinhardt | 1954: Dusch | 1955: Treichel | 1956: Loser | 1957: Dusch | 1958: Treichel | 1959: Schulenburg | 1960: Dusch | 1961: Sparing | 1962: Seekamp | 1963: Kreitlein | 1964: Malka | 1965: Jakobi | 1966: Schulenburg | 1967: Niemeyer | 1968: Riegg | 1969: Fritz | 1970: Schulenburg | 1971: Biwersi | 1972: Aldinger | 1973: Tschenscher | 1974: Weyland | 1975: Horstmann | 1976: Eschweiler | 1977: Frickel und Ohmsen | 1978: Redelfs | 1979: Linn | 1980: Aldinger | 1981: Joos | 1982: Hennig | 1983: Engel | 1984: Roth | 1985: Föckler | 1986: Pauly | 1987: Gabor | 1988: Heitmann | 1989: Tritschler | 1990: Neuner | 1991: Schmidhuber | 1992: Heynemann | 1993: Merk | 1994: Amerell | 1995: Strigel | 1996: Krug | 1997: Steinborn | 1998: Strampe | 1999: Aust | 2000: Berg | 2001: Albrecht | 2002: Wack | 2003: Fröhlich | 2004: Fandel | 2005: Meyer | 2006: Fandel | 2007: Weiner | 2008: Kircher | 2009: Fleischer | 2010: Kinhöfer | 2011: Stark | 2012: Gagelmann | 2013: Gräfe