Minuskel
Fol. 160v aus der Vulgata-Handschrift British Library MS Add. 11848
Die Minuskeln oder Gemeinen sind Kleinbuchstaben. Sie passen in ein Vierlinienschema. In diesem können die Minuskeln auch eine Oberlänge (z. B. b, d, f, h, k, l) oder eine Unterlänge haben (z. B. g, j, p, q, y). Minuskel ist auch eine Bezeichnung für eine in Minuskeln geschriebene Handschrift, häufig für eine entsprechende Bibelhandschrift.
Wortursprung
Die Bezeichnung Minuskel ist aus dem lateinischen Wort minusculus abgeleitet, was (wiederum abgeleitet von minus = kleiner, weniger) so viel bedeutet wie eher klein.
Das Gegenteil von Minuskel ist Majuskel bzw. Versal.
Arten
Zu den Schriftarten, die als Minuskel mit einem spezifizierenden Zusatz bezeichnet werden, gehören
- Griechische Minuskel im Unterschied zur griechischen Majuskel und Unziale
- Karolingische Minuskel (um 780 bis 12. Jahrhundert)
- Insulare Minuskel: vom 8. bis ins 12.Jahrhundert im angelsächsisch-irischen Raum verbreitet
- Westgotische Minuskel: ab dem 8. Jahrhundert auf der iberischen Halbinsel verbreitet, seit dem 10. Jahrhundert zunehmend von der karolingischen Minuskel verdrängt
- Frühgotische (ab Ende 11. Jh. bis 13. Jahrhundert), gotische (14. Jh.) und spätgotische (16. Jh.) Minuskel
Nicht alle Minuskelschriften enthalten in ihrem Namen den Begriff Minuskel.
Siehe auch
Literatur
- Herbert Hunger: Antikes und mittelalterliches Buch- und Schriftwesen. In: Die Textüberlieferung der antiken Literatur und der Bibel. dtv, München 1975, ISBN 3-423-04485-3