Krisenmanagement

Krisenmanagement [-ˌmænɪdʒmənt] bezeichnet den systematischen Umgang mit Krisensituationen. Dies beinhaltet die Identifikation und Analyse von Krisensituationen, die Entwicklung von Strategien, sofern nicht bereits im Rahmen des Risikomanagements geschehen, zur Bewältigung einer Krise, sowie die Einleitung und Verfolgung von Gegenmaßnahmen.

Begriff

Oft werden die Begriffe "Krisenmanagement" und "Katastrophenmanagement" synonym verwendet; sie haben aber durchaus Unterschiede (siehe unten).

Krise bezeichnet eine problematische, oft mit einer Zuspitzung verknüpfte Entscheidungssituation. Oft ist sie mit einer Zwickmühlensituation verbunden (egal wie man sich entscheidet - einen Nachteil hat man immer; siehe Dilemma) und/oder die Situation steht an einem Scheideweg (zum Beispiel Kubakrise: Krieg, Atomkrieg oder Frieden?).

Eine Katastrophe ist ein folgenschweres Unglücksereignis mitsamt dessen Folgen. Im engeren Sinn ist es eine länger andauernde und meist großräumige Schadenlage, die mit der normalerweise vorgehaltenen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei) nicht angemessen bewältigt werden kann und die man nur mit Hilfe/Ressourcen aus anderen Regionen oder Ländern bewältigen kann.

Genaueres siehe Katastrophe - Kriterien zur Definition.

Der Transport (Logistik) und das Koordinieren verschiedener Ressourcen erfordert Planung, Organisation, Führung und Kontrolle (im Sinne von Erfolgskontrolle: wurde das Geplante und durch Führungsmanahmen Gesteuerte erreicht? Wie schnell? In welchem Maße?). Diese vier Tätigkeiten nennt man zusammenfassend Management.

Beispiel: Die Nuklearkatastrophe von Fukushima ist eine Katastrophe

Zugleich ist TEPCO in einer Krise: TEPCO ist verpflichtet, weitere Schadensereignisse nach Kräften zu minimieren oder zu vermeiden. Möglicherweise gibt es eine Führungskrise: der Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden und seines Stellvertreters könnte das Management destabilisieren. Möglicherweise ist das Unternehmen mit seinen begrenzten Ressourcen mit dem Krisenmanagement alleine überfordert.

Auftreten von Krisen

Krisen treten sowohl in Unternehmen oder anderen komplexen Organisationen als auch in deren Teilbereichen auf, wie z. B. in Projekten. Hier ist das Krisenmanagement entsprechend Teil des Projektmanagements.

Mehrere unterschiedliche Aspekte können auf eine Krise deuten:

Krisen können z. B. auch in der Politik, in internationalen Beziehungen, bei Naturkatastrophen oder in Folge von Unfällen auftreten.

Typen von Krisen

Die Fachliteratur unterscheidet mehrere Typen von Krisen, die oft unterschiedlich in Anzahl und Namensgebung sind. Hier soll eine eher allgemeine Unterscheidung in folgende drei Typen ausreichen:

Zu einer Überlebenskrise gehören Ereignisse, welche die Existenz eines Unternehmens oder einer anderen Art von Organisation gefährden. Im Falle eines Unternehmens zählen hierzu Liquiditätsprobleme, Ausfall von unternehmenswichtigen Geschäftsprozessen, Ausfall von wichtigen Kunden und/oder Lieferanten sowie andere wirtschaftliche Schwierigkeiten, die zur Insolvenz führen können. Maßnahmen, die einer Krise von diesem Typ entgegensteuern, beinhalten oft eine wirtschaftliche Beratung oder eine Unternehmenssanierung mit Einschnitten in die Unternehmensstruktur und müssen vor allem schnell vorangetrieben werden.

Die Steuerungskrise umfasst alle Probleme, die sich auf das Management eines Unternehmens beziehen. Hierzu gehören falsche oder nicht vorhandene Entscheidungen, ein Machtmonopol, ein Machtvakuum und mangelnde Informationen für die Entscheidungsfindung. Als Gegenmaßnahmen bieten sich meist Instrumente aus Reorganisation, Business-Process-Reengineering (BPR), Wissensmanagement oder Personalentwicklung an.

Veränderungskrisen können sich aus Veränderungen in einer Organisation oder in einem Unternehmen ergeben. Dazu gehören z. B. neue IT-Applikationen, die von den Anwendern nicht akzeptiert werden, oder auch Prozessveränderungen, die von der Belegschaft nicht gelebt werden. Einer Veränderungskrise kann durch proaktives Veränderungsmanagement (change management) entgegengewirkt werden.

Diese Krisen (z. B. ereignisinduzierte Markenkrisen) werden durch gewisse Ereignisse ausgelöst und können mehrere unterschiedliche Verlaufsformen annehmen, deren negative und zum Teil nachhaltige Auswirkungen maßgeblich von den getroffenen Gegenmaßnahmen abhängig sind (Krisenkommunikation bzw. Krisenmanagement). Beispiel "Steueraffäre Liechtenstein": Erstes Ereignis war der Datendiebstahl, Auslöser der Krise war aber das zweite Ereignis, die öffentlichkeitswirksame Verhaftung von Klaus Zumwinkel.

Strategien zur Krisenbewältigung

Im Falle von Unternehmenskrisen, die die weitere Existenz eines Unternehmens bedrohen, wären mögliche strategische Handlungsoptionen zur Bewältigung der Krise:

Strategien zur Krisenvermeidung/-verminderung

Viele Krisen können auf strategische Fehlentscheidungen oder auf Fehlverhalten in Notfallsituationen zurückgeführt werden. Die Verfügbarkeit von entscheidungskritischen Informationen und die Fähigkeit, negative Ereignisse zeitnah zu bewältigen, sind ein guter Schutz gegen Krisen.

Einzelnachweise

  1. zeit.de: Das Überraschende erwarten. - Ein neuer Typus von Katastrophen bedroht die global vernetzte Welt. Wie sind sie zu bewältigen? Nur mit einer neuen Art zu denken.

Literatur (A-Z)

Weblinks