Homosexualität in Russland
Homosexualität ist in Russland gesellschaftlich stark tabuisiert; homosexuelle Handlungen sind jedoch legal. In manchen Regionen Russlands steht aber so genannte „homosexuelle Propaganda“ in der Öffentlichkeit unter Verbot. Ein ähnlicher Gesetzentwurf wird auch im russischen Parlament diskutiert.
Der rechtliche Status homosexueller Handlungen
Strafbarkeit in der Sowjetunion
Das Strafrecht der Sowjetunion bestrafte ab 1933 nach Artikel 121 sexuelle Handlungen zwischen Männern (muscheloschstwo – wörtlich: „Liegen mit Männern“) mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder Zwangsarbeit. Zudem wurden homosexuelle Personen anstelle von Gefängnisstrafen oft und auf unbestimmte Zeit in psychiatrischen Kliniken untergebracht und zu einer "Behandlung" gezwungen. Dieses Gesetz galt bis 1993. Oft wurde es auch gegen bloße Regimegegner eingesetzt. Zwischen 1934 und 1991 wurden 60.000 bis 250.000 Männer aufgrund von Artikel 121 verurteilt.[1] Unter anderen wurden auch der Chef des NKWD Nikolai Jeschow, der Gelehrte Lew Klein und der Filmregisseur Sergei Paradschanow nach dem Artikel 121 verurteilt. Die sowjetische Bevölkerung konnte kaum Informationen über Homosexualität aus öffentlichen Quellen erfahren. Als gesellschaftliches Thema wurde Homosexualität „totgeschwiegen“.[2]
Legalisierung im modernen Russland
Am 27. Mai 1993 wurden homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen legalisiert, und seit 1999 steht Homosexualität auch in Russland nicht mehr auf der Liste der Geisteskrankheiten.[3]
Staatlicherseits sind homosexuelle Paare nicht anerkannt. Es wird keine gleichgeschlechtliche Ehe vorgesehen, weswegen die Frage nach Adoption für homosexuelle Paare hinfällig ist. Unverheiratete Einzelpersonen dürfen aber Kinder adoptieren, dabei wird die sexuelle Orientierung nicht geprüft.[4]
Gesellschaftliche Situation heute
Homosexualität wird in der russischen Gesellschaft bisher tabuisiert.[5][6] Homosexuelle werden oft im Russischen als „nicht traditionell sexuell Orientierte“ bezeichnet.[7]
Jede öffentliche Veranstaltung der LGBT wird in Russland von der Bevölkerung als „Gay Parade“ betrachtet und stark kritisiert. Jeder Hinweis und jede Erwähnung von Homosexualität wird in der Gesellschaft als „homosexuelle Propaganda“ und „Ausstülpung der Homosexualität“ bezeichnet.
Am 16. Mai 2009 wurden bei einer Kundgebung von homosexuellen Menschen vor dem Eurovision Song Contest in Moskau etwa 40 Demonstranten durch die russische Polizei gewaltsam kurzzeitig festgenommen.[8] Im Oktober 2009 fand ein Filmfestival für Schwule statt, bei dem aus Angst vor Repressalien seitens der Bevölkerung und des Staates die Vorführungszeiten und -orte nur eingeweihten Gästen bekannt gegeben wurden.[9]
Anfang Juli 2012 forderten russisch-orthodoxe Aktivisten aus Saratow Facebook auf, die neulich eingeführten Icons für gleichgeschlechtliche Ehen zu entfernen. Sie warfen Facebook vor, Homosexualität zu propagieren und „Sodomiten“ zu verwöhnen. Die Aufforderung blieb unbeachtet. Die russisch-orthodoxen Aktivisten gaben kund, Facebook in Russland per Gericht sperren lassen zu wollen.[10]
Umfragen
Laut einer 2010 durchgeführten Meinungsumfrage des Lewada-Zentrums hielten 74 Prozent der befragten Russen die Homosexualität für moralisch verwerflich bzw. für eine psychische Krankheit.[11][12] Nur 15 Prozent gaben an, dass Homosexualität eine alternative Form der menschlichen Sexualität sei. 39 Prozent stimmten dem Vorschlag zu, Homosexuelle ohne deren Einwilligung einer Heilbehandlung zu unterziehen oder von der Gesellschaft zu isolieren. 4 Prozent meinten, dass alle Schwulen und Lesben liquidiert werden sollten. 84 Prozent waren gegen die Einführung einer gleichgeschlechtlichen Ehe, gerade einmal 14 Prozent befürworten dies.[11] Die nationale Umfrage von WZIOM zeigte im April 2012, dass 86 Prozent der Bevölkerung die Verbotsgesetze gegen „homosexuelle Propaganda“ befürworteten.[12]
Eine im Februar 2013 durchgeführte Meinungsumfrage (1.600 erwachsene Befragte aus 45 Regionen Russlands) des Lewada-Zentrums zeigte ähnliche Ergebnisse.[13] Etwa 34 Prozent der Befragten hielten Homosexualität für eine behandlungsbedürftige Krankheit. Etwa 23 Prozent denken, dass die Homosexualität das Ergebnis schlechter Erziehung oder eine schlechte Angewohnheit sei. Noch 17 Prozent der Russen sehen die gleichgeschlechtliche Neigung als Ergebnis einer Verführung. Nur 16 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Homosexualität eine ab der Geburt vorgegebene sexuelle Orientierung ist, die das gleiche Recht auf Existenz hat, wie Heterosexualität.[13] Die Anzahl der Russen, die Homosexuelle physisch vernichten würden, ist seit 2010 von 4 auf 5 Prozent gestiegen. Gegen die gleichgeschlechtliche Ehe äußerten sich 85 Prozent der Befragten (um 1 Prozent mehr), dafür waren nur 5 Prozent (um 9 Prozent weniger).[13] 89 Prozent gaben an, dass sie keine Homosexuellen persönlich kennen.[13]
Die Umfrage des Lewada-Zentrums zum 17. Mai 2013 zeigte, dass 51 Prozent der Befragten eine „Zwangsheilung“ und strafrechtliche Verfolgung von Lesben und Schwulen begrüßen würden. Etwa drei Viertel der Russen sind laut Umfrage für ein Verbot jeglicher öffentlicher Bekundung von Homosexualität. Nur 8 Prozent der Bevölkerung äußern sich dafür, dass Homosexuellen geholfen werden sollte, sich in der Gesellschaft zu integrieren. Etwa 31 Prozent der Befragten würden die Schwulen und Lesben einfach in Ruhe lassen.[14]
Noch eine Umfrage von 2013 hat sich auch damit beschäftigt, was die Bevölkerung als „Propaganda von Homosexualität“ bewerten würde. Dazu wurde eine Fernsehsendung oder ein Artikel über das Leben von LSBT (75 Prozent der Befragten), ein persönliches Gespräch mit Vertretern sexueller Minderheiten (50 Prozent), eine Fernsehsendung über die Ursachen von Homosexualität (65 Prozent), Demonstrationen und Aktionen zum Schutz der Rechte von sexuellen Minderheiten (81 Prozent), die gleichgeschlechtliche Beziehungen darstellende Belletristik und Kinofilme (74 Prozent), Gay-Prides (83 Prozent), das Aufwachsen mit gleichgeschlechtlichen Eltern (78 Prozent), das freie Zeigen homosexueller Gefühle (Küssen, Umarmen) (84 Prozent) gezählt.[13] Circa 61 Prozent der Russen haben Angst um ihre Kinder oder Enkel, dass sie Opfer der „homosexuellen Propaganda“ werden könnten, 67 Prozent befürworten die Bestrebungen der russischen Regierung für das Verbot der „Propaganda von Homosexualität“ und nur 14 Prozent sind dagegen. Etwa 86 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich nicht für die Rechte Homosexueller interessieren. Etwa 14 Prozent interessieren die Gesetze zum Verbot der „Propaganda von Homosexualität“ auch nicht.[13]
Russische Schwulenbewegung
Offene gesellschaftliche Gruppen und Vereine von sexuellen Minderheiten werden staatlich zumeist nicht anerkannt.[15]
Im Jahr 2005 gründete Nikolai Alexejew das Projekt „GayRussia“, es wurde sehr schnell eine der Hauptinformationsquellen für die Situation von LGBT in Russland. Im Juli 2005 sprach Alexejew erstmals die Idee eines „Moscow Pride“ bei einer Pressekonferenz aus. Der Moscow Pride wurde bisher regelmäßig durch den Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow verboten, er bezeichnete diese Veranstaltung als „Satanshow“. [16][17]
Im Mai 2006 fand in Moskau eine Versammlung für die Gleichberechtigung von homosexuellen Bürgern statt. Die begleitende Parade wurde von Luschkow untersagt. Einige Aktivisten gingen jedoch auf die Straße und wollten am Mahnmal des unbekannten Soldaten Blumen niederlegen. Dabei kam es zu gewalttätigen Übergriffen von rechtsextremen Gegendemonstranten und der Polizei. Ungefähr 50 Demonstranten und 20 Gegendemonstranten wurden verhaftet. Auch der Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Volker Beck wurde dabei verletzt und festgenommen. Das Verbot der Demonstration, das mit Sicherheitsbedenken begründet war, wurde am 22. August von einem Gericht in Moskau bestätigt. Der damalige Bürgermeister Juri Luschkow begrüßte dies. Er hielt die Kundgebung „vor allem aus moralischen und ethischen Gründen“ für unzulässig.[18] Auch das Berufungsgericht erklärte das Verbot der Demonstration für rechtens. Die Organisatoren wollten sodann beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Einspruch erheben.[19]
Auch im Jahr 2007 wollte Luschkow die CSD-Demonstration verbieten: Es handele sich um eine „Satanshow“.[20] Im November 2010 fand eine erstmals staatlich genehmigte Demonstration homosexueller Menschen in Sankt Petersburg statt.[21]
Seitdem die Regierung das Verbot von so genannter „homosexueller Propaganda“ in mehreren russischen Regionen eingeführt hat, fanden mehrere Demonstrationen und Proteste der LGBT-Aktivisten statt. Die Teilnehmer dieser Veranstaltungen wurden in vielen Fällen gewaltsam von den Befürwortern der Gesetze angegriffen. Außerdem wurden oft die Protestierenden anstatt der Angreifenden festgenommen.
Am 20. Januar 2013 wurden sechs friedlich demonstrierende LGBT-Aktivisten in der Provinzhauptstadt Woronesch von über 500 Menschen angegriffen. Die Zusammenkunft dieser Personen, die mit Hitlergruß und Hass-Parolen erschienen und die Demonstranten mit Schneebällen, Flaschen und anderen Gegenständen bewarfen und anschließend verprügelten, war nicht angemeldet. Die Polizei, die dieser Veranstaltung nur 10 Polizisten zuteilte, unternahm keine schützenden Handlungen. Die Mitarbeiter des in der nähe liegenden Sportgeschäfts Adidas drappierten die Schaufensterpuppen im Hitlergruß aus Solidarität mit den Prügelnden. Während des Widerstands wurden mindestens drei LGBT-Aktivisten schwer verletzt und hospitalisiert, darunter auch Frauen.[22][23][24][25] Noch am selben Tag postete der Autor des Petersburger Gesetzes gegen „homosexuelle Propaganda“ Witali Milonow in seinem Twitter: Woronesch ist toll.[26]
Am 22. Januar 2013 gab es öffentliche Aktionen in Moskau, Sankt Petersburg, Samara, Archangelsk und Tomsk gegen den Gesetzentwurf. Eine Demonstration fand auch vor der russischen Botschaft in Brüssel statt.[27]
Haltung der Politik
2002 stellte der damalige Abgeordnete Dmitri Rogosin den Antrag, homosexuelle Handlungen unter Männern wieder mit Gefängnis bis zu fünf Jahren zu bestrafen.[28] Zwischen 2001 und 2008 durften homosexuelle Männer kein Blut spenden.[29]
Der Gouverneur der Oblast Tambow Oleg Betin („Einiges Russland“), der seit 1999 im Amt ist, ließ in einem Interview am 16. Mai 2008 gegenüber der Boulevardzeitung „Komsomolskaja Prawda“ seiner Wut über die „schwule Kloake“ in seiner Stadt freien Lauf und sagte: „Toleranz? Zur Hölle damit! „Blaue“ (im Russischen entspricht das etwa „Schwuchteln“) sollte man in Stücke reißen und die Teile in alle Himmelsrichtungen verstreuen. […] Ich bin gegen Perversion. Die Prinzipien der Orthodoxie sollten unberührt bleiben.“[30][31] Ein Antrag auf ein Strafverfahren wegen der Hassrede (im russischen Strafgesetzbuch gehören die Hassreden gegen eine soziale Gruppe zu extremistischen Straftaten) wurde abgewiesen. Laut dem Gericht stellen Homosexuelle keine soziale Gruppe dar. Außerdem seien die Worte von Betin nach der vom Gericht einberufenen Expertise keine Beleidigungen.[32] Einer Demonstration gegen Betin, welche am 10. Oktober 2008 stattgefunden haben soll, stimmten die Behörden zu und sie ist somit die erste genehmigte Demonstration der russischen Schwulenbewegung.[31]
Keine russische Partei setzt sich in ihrem Parteiprogramm für die Rechte Homosexueller ein. Den meisten russischen Politikern ist das Thema zu heikel, um sich für Gleichberechtigung oder Nicht-Diskriminierung einzusetzen.[33] Mehrere Mitglieder der Oppositionspartei Jabloko äußerten sich gegen Gesetze gegen „homosexuelle Propaganda“, aber die Partei hat aktuell keinen Sitz in der Staatsduma und ist nur gering in den regionalen Parlamenten vertreten.
Gesetze gegen „homosexuelle Propaganda“
Verabschiedung der Gesetze in russischen Regionen
2011–2013 wurden in Sankt Petersburg und elf weiteren Regionen Russlands (Stand: 25. April 2013) auf kommunaler Ebene Verbotsgesetze verabschiedet, die so genannte homosexuelle Propaganda in der Öffentlichkeit unmöglich machen sollen, und in noch mehr Regionen werden ähnliche Gesetze geprüft.[34] Auch in Moskau forderte die orthodoxe Öffentlichkeit das Stadtparlament im Oktober 2012 auf, ein Gesetz zu erarbeiten, das der Gesetzgebung St. Petersburgs entspricht. Diese Initiative wurde von Moskauer Abgeordneten unterstützt.[35]
Am 24. Januar 2013 wurde ein Gesetz, das die öffentliche Propaganda von Homosexualität, Bisexualität und Pädophilie in der Oblast Kaliningrad nicht nur unter Minderjährigen, sondern unter der ganzen Bevölkerung verbietet, verabschiedet. Kaliningrad wurde damit zur ersten Region Russlands, die das Verbot der „homosexuellen Propaganda“ auf die ganze Bevölkerung ausgedehnt hat.[36]
Laut der Gesetze gegen die „Schwulenpropaganda“ können öffentliche Demonstrationen mit Plakaten, die zum Beispiel die Aufschrift „Schwul sein ist normal“ tragen, bestraft werden.[33] Solche Maßnahmen machen auch die Aufklärungsprojekte für Jugendliche über Homo-, Bi- und Transsexualität strafbar.[37][38] Die Verbotsgesetze wurden in manchen Städten mit entsprechenden Gesetzen zu Pädophilie zusammengestellt und als Gesetze gegen „Propaganda von Homosexualität und Pädophilie“ verabschiedet.[39][40]
Am 3. Oktober 2012 entschied der Oberste Gerichtshof Russlands nach der Klage des Russischen LGBT-Netzes, dass das regionale Gesetz gegen die „homosexuelle Propaganda“, das im März 2012 in Sankt Petersburg in Kraft getreten ist, nicht in Widerspruch mit den föderalen Gesetzen steht.[34][41][42] Das Gesetz in der Oblast Archangelsk wurde vom Obersten Gerichtshof auch bestätigt. Laut Gerichtsurteil soll das Verbot einer solchen Propaganda kein Hindernis für die Geltendmachung des Rechts darstellen, allgemeine und neutrale Informationen über Homosexualität zu verbreiten bzw. öffentlich zu diskutieren.[34]
Im März 2013 haben die Petersburger Stadtabgeordneten aus der Partei Jabloko ein Gesetz vorgeschlagen, das das Gesetz gegen die „homosexuelle Propaganda“ in Sankt-Petersburg, wo es seit dem 30. März 2012 in Kraft ist, wieder außer Kraft setzen soll. Der Gesetzentwurf sollte im April 2013 beraten worden sein.[43][44]
Liste der Regionen mit dem gesetzlichen Verbot der „Propaganda von Homosexualität“
- Oblast Rjasan (verabschiedet am 24. Mai 2006),
- Oblast Archangelsk (verabschiedet am 28. September 2011),
- Stadt Sankt Petersburg (verabschiedet am 16. November 2011, in Kraft getreten am 30. März 2012)[34],
- Oblast Kostroma (verabschiedet am 27. Dezember 2011),
- Oblast Nowosibirsk (verabschiedet am 7. Juni 2012),
- Oblast Magadan (verabschiedet am 5. Juni 2012, in Kraft getreten am 29. Juni 2012),
- Region Krasnodar (verabschiedet am 20. Juni 2012),
- Oblast Samara (verabschiedet am 26. Juni 2012),
- Autonomer Kreis der Tschuktschen (Datum unklar),
- Republik Baschkortostan (verabschiedet im Juli 2012),
- Oblast Kaliningrad (verabschiedet am 24. Januar 2013)[45],
- Oblast Irkutsk (verabschiedet am 24. April 2013)[46].
Gesetzgebung auf föderaler Ebene
Ein ähnlicher Gesetzentwurf für das ganze Land, der angeblich Kinder und Jugendliche schützen soll, wurde bereits in der Staatsduma vorgelegt.[38] Die Initiative kam von einer Gruppe Politiker aus Nowosibirsk, wo ein ähnliches Gesetz auf kommunaler Ebene bereits in Kraft getreten ist.[47] Der Entwurf sollte am 19. Dezember 2012 in der Duma in der ersten Lesung erörtert werden, dies wurde aber mehrmals verschoben. Ende Januar 2013 nahm die Duma das Gesetz in erster Lesung an, wobei 388 Abgeordnete im 450 Sitze zählenden Parlament dafür stimmten.[48] Eine zweite Lesung soll im Frühling erfolgen, während mit einer endgültigen Verabschiedung spätestens im Herbst 2013 gerechnet wird.[49]
Unter zahlreichen Ergänzungen zum Gesetzentwurf, die während der zweiten Lesung beraten werden sollen, ist die Blockierung der „die Homosexualität propagierenden“ Internet-Seiten ohne Gerichtsbeschluss, auch wenn sie bereits als „18+“ gekennzeichnet werden.[50] Laut einer Meldung der Zeitung Kommersant am 27. April 2013 hat die Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Angelegenheiten von Familien, Frauen und Kindern Jelena Misulina eine weitere Ergänzung des Gesetzes herausgearbeitet. Sie sieht vor, nicht nur die öffentliche „Propaganda von Homosexualität“ zu bestrafen, sondern auch die öffentliche Rechtfertigung und Anerkennung der Homosexualität und die Verbreitung der Ansichten unter Minderjährigen über die Gleichstellung von traditionellen und gleichgeschlechtlichen Ehen.[51][52] Die zweite Lesung des Gesetzentwurfs ist am 25. Mai 2013 zu erwarten.
Haltung führender Politiker zur Gesetzgebung
Viele russische Politiker befürworten das Verbot der „homosexuellen Propaganda“; der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew sprach sich aber dagegen aus.[53] „Nicht alle moralischen Fragen, [...] Verhaltensgewohnheiten [und] Fragen der zwischenmenschlichen Kommunikation muss man per Gesetz regeln“, erklärte Medwedew in seinem Interview im Oktober 2012.[54]
Die Gesundheitsministerin Weronika Skworzowa, die seit Mai 2012 im Amt ist, verglich Homosexualität mit einer Krankheit und „schädlichen vermittelten Gewohnheiten“ wie Drogenkonsum oder Rauchen. Trotzdem sollten Lesben und Schwule nicht diskriminiert werden, meinte die Politikerin. Skworzowa betonte auch die wichtige Aufgabe des Staats, die Kinder vor den „pathologischen Repräsentanten des Homosexualismus“ zu schützen.[55] Ähnlicher Meinung ist auch der Autor des Petersburger Gesetzes Witali Milonow, der Homosexualität als eine Prüfung Gottes und eine Krankheit, die „ganz einfach mit Beten und Fasten geheilt werden kann“, bezeichnete.[56][57]
Der russische Außenminister Sergei Lawrow unterstützt die Verbotsgesetze, die angeblich die russische Gesellschaft vor Homosexuellen schützen sollen.[38] Am 26. Februar 2013 während eines Gesprächs mit dem niederländischen Außenminister Frans Timmermans äußerte er, dass Russland keinerlei Verpflichtungen hat, die „aggressive Propaganda von Homosexualität“ zu erlauben. Lawrow erinnerte daran, dass homosexuelle Handlungen in der Sowjetunion strafbar waren. Der russische Außenminister wies darauf hin, dass Homosexuelle in Russland „ihre Dinge“ „in absoluter Freiheit und ohne Strafe“ treiben könnten und deswegen nicht diskriminiert seien. Der Staat will aber die Diskriminierung der entgegengesetzten Richtung beschränken und es nicht zulassen, dass eine kleine Gruppe das Recht erhält, „aggressiv eigene, den meisten Menschen fremde Werte voranzutreiben und sie Kindern aufzuzwängen“, so Lawrow.[58]
Die Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Angelegenheiten von Familien, Frauen und Kindern Jelena Misulina sieht ebenfalls keine Gründe, gegen das Gesetz zu stimmen.[59] In ihrem Interview am 24. Februar 2013 in der Talk-Show Wladimir Posners auf Perwy kanal äußerte Misulina, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren wollen, weshalb sie daran Interesse hätten, dass es Waisenkinder gäbe. Außerdem sagte die Politikerin, dass durch künstliche Befruchtung zur Welt gekommene Kinder in der zweiten Generation unfruchtbar seien.[60]
Haltung zu den Rechten von Homosexuellen
Haltung des Präsidenten Putin
Bereits 2007 bezeichnete der russische Präsident Wladimir Putin die Homosexuellen als Teil eines „demografischen Problems“ Russlands.[55] Laut dem staatlichen TV-Sender Russia Today beauftragte Präsident Putin im März 2013 die russische Regierung und das Oberste Gericht Russlands, die Gesetzgebung zum generellen Verbot der Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare im Ausland bis zum 1. Juli 2013 zu erarbeiten.[61][4]
Auf einer Pressekonferenz in Amsterdam, während eines offiziellen Besuchs Putins in den Niederlanden am 8. April 2013, äußerte der russische Präsident zur Frage der Menschenrechte Homosexueller in Russland, es werden keinerlei Rechte sexueller Minderheiten in Russland beschnitten, denn sie „genießen alle Freiheiten und Rechte wie die übrigen Bürger Russlands“.[62][63] Putin betonte, dass die russische Regierung in Moskau solche Gesetze gegen „Schwulenpropaganda“, die in manchen russischen Regionen verabschiedet werden, kaum beeinflussen kann.[62] Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Russland sei aus der Sicht des russischen Präsidenten undenkbar, denn das könnte etwa in Tschetschenien Tote geben.[62]
Haltung zur Kindererziehung durch gleichgeschlechtliche Paare
Das russische Konsulat in London warnte im Juli 2012 russische Eltern vor der „miserablen Unterbringung ihrer Kinder in manchen britischen Sprachschulen“. Unter anderem ging es darum, dass die Kinder, die in England auf Sprachferien sind, bei homosexuellen Gasteltern untergebracht würden.[64][65]
Im Oktober 2012 erwähnte der russische Ermächtigte des Präsidenten über die Rechte der Kinder Pawel Astachow in einem Interviеw, er schlage dem Präsidenten vor, die Liste der Krankheiten, wegen deren mit Kindern arbeitende Pädagogen und Erzieher entlassen werden können, zu ergänzen. Astachow war erstaunt, dass die vorhandene Liste keine sexuellen Präferenzen beinhalte und „gleichgeschlechtliche Liebe praktizierende Menschen“ sowie Pädophile, Zoophile, Nekrophile und verschiedene Fetischisten mit Kindern arbeiten können.[66] Nachdem die Unterkammer des französischen Parlaments die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe gebilligt hatte, erklärte Astachow, dass Russland keine Waisenkinder zur Adoption durch homosexuelle Ehepaare freigeben wird.[67][4]
Im Februar 2013 berichtete das russische Außenministerium über die notwendige Überprüfung der möglichen „psychischen Schäden“, die einem russischen Waisenkind durch die Adoption durch eine US-Bürgerin zugefügt worden seien, die in einer lesbischen Beziehung lebte und dies beim Ausfüllen der Adoptionsunterlagen vor den russischen Behörden verheimlicht habe.[4]
Haltung der Religionsgemeinschaften
Christentum
Die Russisch-Orthodoxe Kirche zählt Homosexualität zu den „unmoralische[n] westliche[n] Einflüsse[n]“.[38] Der Kirchensprecher Wsewolod Tschaplin sagte, dass die öffentliche Zurschaustellung der homosexuellen Lebensweise von der russischen Gesellschaft abgelehnt und Menschen zu Protesten auffordern wird. Tschaplin warnte vor dem negativen Einfluss sexueller Minderheiten auf Kinder.[68] Die Orthodoxen sind auch gegen Kinderadoption von Menschen, die ihre Homosexualität offen proklamieren. Die Kirche lehnt die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit den „traditionellen Familien“ ab und ist gegen eine staatliche Unterstützung solcher Paare.[69]
In seiner Rede am 7. Januar 2013 zur orthodoxen Weihnachtsfeier verglich der Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland Homosexualität mit Trunkenheit, Drogenkonsum, Ehebruch und Prostitution und zählte sie neben den anderen aufgezählten „Übeln“ zu den Ursachen des Bruches traditioneller Familien.[70] In einem TV-Interview zum orthodoxen Osterfest am 5. Mai nannte Kyrill I. die gleichgeschlechtliche Ehe ein „Laster“, das zu einer „Zerstörung der Persönlichkeit“ und zu möglichen wirtschaftlichen, finanziellen, politischen oder ökologischen Krisen führe. Die großen Proteste in Paris gegen die Ehe-Öffnung seien für den Patriarchen eine „erfreuliche Überraschung“ gewesen.[71]
Der russische Journalist Wladimir Posner bezeichnet die Russisch-Orthodoxe Kirche als die Hauptquelle der Homophobie in Russland.[72]
Islam
Im Februar 2006 verkündete der Großmufti von Russland, Talgat Tadschuddin, anlässlich des geplanten ersten „Moscow Pride“, Mohammed selbst habe angeordnet, Homosexuelle zu töten, da ihr Verhalten zum Ende der menschlichen Rasse führe. Man solle Homosexuelle auspeitschen, wenn sie auf die Straße gehen sollten. Jeder normale Mensch würde dies tun – sowohl Moslems als auch Orthodoxe.[73]
Andere Geistliche haben sich von dieser harten Rhetorik distanziert, nicht jedoch von der Ablehnung der Homosexualität. Mufti Nafgulla Aschirow, zuständig für den asiatischen Teil des Landes, sprach sich gegen Gewalt aus, sagte aber auch, dass schwule Paraden keinen Platz im Leben von normalen Menschen haben sollten.
Judentum
Oberrabbiner Berl Lasar bezeichnete Schwule als „sexuell Perverse“ und die Parade als einen Verstoß gegen die Moral, er verglich sie mit Mohammed-Karikaturen.[74][75]
Homosexualität in der Kultur
Schwul-Lesbische Kultur
Einen ersten Versuch, eine LSBT-Zeitschrift zu veröffentlichen, gab es bereits 1989. Die Zeitung Tema (dt. Thema, in der russischen Umgangssprache vergleichbar mit dem Begriff Szene) erschien bis Ende 1990. In späteren Jahren kamen einige andere nicht periodische Zeitungen und Zeitschriften für Schwule und Lesben hinzu, die aber nicht lange existierten.
Das einzige in Russland existierende schwule Magazin Kvir (engl. queer), das seit August 2003 regelmäßig erscheint, stellte mit der Dezember-Ausgabe 2012 seine Print-Veröffentlichung ein und wechselte zum Online-Format.[76]
Darstellung von Homosexuellen in den Medien
Russisches Kino und Fernsehen widmen sich ganz selten dem Thema Homosexualität. Die homosexuellen Figuren, die zu sehen sind, sind meist klischeehafte Nebenfiguren. In den 2000er Jahren kamen die ersten Filme heraus, die schwule bzw. lesbische Figuren in Hauptrollen zeigten. Der 2004 erschienene Film You I Love ist eine Dreiecksgeschichte zwischen einer Frau und zwei Männern. Die Tragikomödie Wesseltschaki aus dem Jahr 2009 erzählt über Drag Queens. Der Film You and I (2011) erzählt eine lesbische Liebesgeschichte, floppte aber an den Kinokassen.[77] Die russische Neuverfilmung der spanischen Serie Física o Química löste in der Gesellschaft breite und heftige Diskussionen aus.
Der russische Sender TNT verschob die zweite Staffel der Serie Glee in die spätere Nacht (um 3 Uhr), trotzdem wurde der erste Kuss zwischen Kurt und Blain aus der im Januar 2013 gezeigten Folge herausgeschnitten. Diese Tatsache hat viele wütende Meldungen im russischen Twitter verursacht und führte den Hashtag #ТНТКаналГомофобов (zu deutsch: „TNT: ein homophober Sender“) zum ersten Platz im russischen Twitter am 9. Januar 2013.[78][79][80]
Am 10. Februar 2013 behauptete der russische staatliche Fernsehsender Rossija 1 im Bericht über das Bestreben der französischen Regierung, eine gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen, dass 40 Prozent der in Regenbogenfamilien aufgewachsenen Menschen, sexuell übertragbare Erkrankungen hätten, 40 Prozent zum Ehebruch neigen und noch 12 Prozent mindestens ein Mal an Suizid gedacht hätten. Außerdem wurde berichtet, dass sich 98 Prozent der französischen Homosexuellen keine Kinder wünschen und 79 Prozent von ihnen nur sexuelle Kontakte mit Unbekannten hätten.[81]
Musik und Prominente
In Russland gibt es keine geouteten Prominenten. Der Popsänger Boris Moissejew hatte sich in den frühen 1990er Jahren geoutet, im Jahr 2010 eine Homosexualität aber in einem Interview gegenüber dem Sender TNT widerrufen.[82] Mehrere seiner Konzerte mussten nach Protesten religiöser Aktivisten abgesagt werden.[83]
Dem russischen Pop-Duo t.A.T.u. wurde oft vorgeworfen, es würde Homosexualität und Pädophilie propagieren.[84] Tabulose Spielchen auf der Bühne und die Anspielung auf die angebliche Homosexualität der beiden Sängerinnen wurden zum festen Bestandteil ihrer Auftritte.[85] Auch in ihren Musikvideos greifen Lena Katina und Julia Wolkowa das Thema auf. Das im Dezember 2000 veröffentlichte Musikvideo Ja soschla s uma (zu Deutsch „Ich habe den Verstand verloren“) zeigt einen intensiven Kuss zwischen den beiden Sängerinnen und belichtet die abweisende Reaktion anderer Personen. Obwohl viel kritisiert, wurde das Musikvideo im Musikfernsehen ausgesprochen häufig gesendet und vielfach ausgezeichnet (MTV Video Music Award 2001, MTV Russia Music Video of the Year).[86] Laut eigener Aussage lag das Bestreben der Band nicht darin Homosexualität anzupreisen, sondern als natürlichen Lebensstil zu profilieren, der nicht länger als seltsam verpönt sein soll.[87]
Prozesse gegen westliche Stars
Am 11. Oktober 2012 begann ein Petersburger Gericht mit der Prüfung einer Klage gegen Madonna wegen angeblicher „homosexueller Propaganda“ bei ihrem Auftritt im August, während dem sie zur Toleranz gegenüber Homosexuellen aufrief und damit die Gefühle mehrerer Gläubiger verletzt und gegen das Gesetz, das die „Homopropaganda“ verbietet, verstoßen haben soll. Die Schadenersatzforderung beträgt umgerechnet 8,3 Millionen Euro.[88] Die Klage gegen Madonna wurde am 22. November vom Gericht abgewiesen und die Kläger müssen die Anwaltskosten der mitangeklagten Konzertveranstalter tragen.[89][90]
Nach dem Konzert in Sankt Petersburg wurde Lady Gaga ebenfalls vom Petersburger Stadtverordneten Witali Milonow verklagt, weil sie bei ihrem Auftritt am 9. Dezember 2012 Jugendliche zum Coming Out animiert habe.[91]
Am 6. Mai 2013 forderten die Mitglieder der russischen Kleinpartei „Kommunisten Russlands“ aus der Region Krasnodar (nicht zu verwechseln mit der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation) die russische Polizei auf, das Konzert von Elton John, das am 14. Juli 2013 in Krasnodar stattfinden soll, wegen möglicher „Propaganda von Homosexualität und Unzucht“ zu prüfen. Die „moralische Erscheinung“ von John sei „inakzeptabel“ und „empörend“ für Russen.[92]
Literatur
- Tomas M. Mielke: Der homosexuelle Wortschatz im Russischen: Einvernehmliche und Lagersexualität zwischen Männern, Sagner, 1995 (online)
- Vladimir Nabokoff: Die Homosexualität im Russischen Strafgesetzbuch (PDF; 332 kB), Erstveröffentlichung in: Vestnik Prava, 1902
- Dan Healey: Homosexual Desire in Revolutionary Russia: The Regulation of Sexual and Gender Dissent (Chicago & London: University of Chicago Press, 2001). Pp. Xvi + 392.
- Dan Healey: "Homosexual Existence and Existing Socialism: New Light on the Repression of Male Homosexuality in Stalin's Russia," GLQ: A Journal of Lesbian and Gay Studies, 8, 3 (2002): 349-78.
- Dan Healey: "Sexual Cultures in Russia" in Encyclopedia of Sociology, Ed. George Ritzer (Oxford: Blackwell, 2006), vol. 8, pp. 4223-27.
Weblinks
- Peter Tatchell: Comment: Peter Tatchell on how Moscow's ban on the gay parade led to massive media coverage of LGBT issues, pinknews.co.uk, 20. Mai 2009 - Bericht, wie es die Aktivisten geschafft haben zumindest kurzzeitig zu protestieren und der Erfolg durch Medienberichterstattung.
- jetzt.de: Alle Bürgerrechte von Lesben und Schwulen würden außer Kraft gesetzt, ein Interview mit Volker Beck, 10. Februar 2012
- Anastasia Gorokhova: Coming Out auf russische Art?, Goethe-Institut Russland.
- DRadio Wissen: Russland: Von wegen Gay Pride (Audiobeitrag), 27. Juli 2012.
- Russland heute: „To Russia with Love“, 20. Dezember 2012.
Einzelnachweise
- ↑ Kerstin Eschrich: Gespräch mit Iryna Matsevko über Homosexuelle in der ehemaligen Sowjetunion. Jungle World Nr. 5. 4. Februar 2010. Abgerufen am 27. April 2013.
- ↑ Sowjetunion: Ringe auf Rabatt. Der Spiegel, 48/1978. 27. November 1978. Abgerufen am 27. April 2013.
- ↑ Repressalien gegen Russlands Homosexuelle. Frankfurter Rundschau. 24. Februar 2012. Abgerufen am 27. April 2013.
- ↑ abcd RIA Novosti: Putin fordert Adoptionsverbot für homosexuelle Paare, 29. März 2013
- ↑ Russland will Reden über Homosexualität bestrafen. Stern. 29. März 2012. Abgerufen am 27. April 2013.
- ↑ Parade in Moskau geplant: Polizei nimmt Homosexuelle fest. n-tv. 27. Mai 2012. Abgerufen am 27. April 2013.
- ↑ Russen für Ächtung der Homosexualität. tagesschau.de. 23. April 2012. Abgerufen am 27. April 2013.
- ↑ Die Zeit: Russland: Moskaus Polizei nimmt Schwule vor Song Contest fest, 16. Mai 2009
- ↑ Der Tagesspiegel: Geheimes Schwulen-Festival in St. Petersburg, 26. Oktober 2009
- ↑ Russia Today: Orthodox activists urge Facebook ban over gay wedding icons, 11. Juli 2012 (Englisch)
- ↑ ab Lewada-Zentrum: Гомосексуальность в российском общественном мнении, 6. August 2010 (Russisch)
- ↑ ab Life Sity News: ‘Moscow is not Sodom’: Orthodox Christians disrupt illegal ‘gay pride’ demo in front of city council, 30. Mai 2012 (Englisch)
- ↑ abcdef Quarteera: Umfrage des Levada-Zentrums: Homophobe Stimmungen in Russland, 12. März 2013
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