Bhumibol Adulyadej

      Bhumibol Adulyadej (2010)
      Unterschrift von Bhumibol Adulyadej

      Bhumibol Adulyadej der Große, (Rama IX.); thailändisch: ภูมิพลอดุลยเดช, RTGS-Umschrift: Phumiphon Adunlayadet oder Adunyadet; Aussprache: [pʰuːmípʰon ʔàdunlájádèːt oder ʔàdunjádèːt] (anhören?/i); (* 5. Dezember 1927 in Cambridge, Massachusetts, USA) ist seit dem 9. Juni 1946 König von Thailand und somit das derzeit am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt sowie der am längsten amtierende Monarch in der Geschichte Thailands. Er gehört der Chakri-Dynastie an, ist der Neffe von Prajadhipok (Rama VII.) und jüngerer Bruder von Ananda Mahidol (Rama VIII.).

      Geburt und Jugend

      Bhumibol Adulyadej wurde in den USA geboren, wo sein Vater, Prinz Mahidol Adulyadej, Fürst von Songkhla, an der Harvard University Medizin studierte. Seine Mutter war die Bürgerliche Mom Sangwal, die später als Königsmutter den Namen Srinagarindra bekam. Sein Großvater war König Chulalongkorn (Rama V.), seine Onkel die Könige Vajiravudh (Rama VI.) und Prajadhipok (Rama VII.). Bhumibol hatte eine ältere Schwester, Prinzessin Galyani Vadhana und einen älteren Bruder, Prinz Ananda Mahidol. 1928 zog die Familie nach Bangkok. Der Vater starb nach Nierenproblemen an Leberversagen am 24. September 1929 in Bangkok.

      Die Mutter brachte die Kinder 1933 zur Ausbildung in die Schweiz. 1934 bekam Bhumibol seine erste Fotokamera geschenkt. Das löste ein wichtiges, lebenslanges Hobby aus: die Fotografie. Seitdem wurde er zum Fotografen der Familie und trug die Kamera fast ständig bei sich. Nach der Abdankung ihres kinderlosen Onkels Prajadhipok wurde Bhumibols 9-jähriger Bruder Ananda 1935 König. Sie blieben jedoch in der Schweiz und Ananda wurde von Regentschaftsräten vertreten. Bhumibol und sein Bruder kehrten 1938 für zwei Monate nach Thailand zurück. 1942 begann sich Bhumibol für Jazzmusik zu begeistern und Saxophon zu lernen, eine Leidenschaft, die er sein Leben lang behielt.[1] Nach dem Ablegen seiner Maturität am Gymnasium in Lausanne, nahm er ein Studium der Technischen Wissenschaften auf. Erst 1945 reisten Ananda und er erneut für einige Zeit in ihre Heimat.

      Hochzeitsfoto von Bhumibol und Sirikit (1950)

      Bhumibols Bruder, König Ananda Mahidol, wurde am 9. Juni 1946 erschossen in seinem Zimmer aufgefunden. Es wurde nie zweifelsfrei geklärt, ob er durch Mord, Selbsttötung oder einen Unfall starb. Bhumibol folgte ihm auf dem Thron. Zur Fortsetzung seiner Ausbildung kehrte er im August 1946 nach Lausanne zurück. Sein Onkel Prinz Rangsit Prayurasakdi, Fürst von Chainat, nahm als Regent für ihn die Amtsgeschäfte war. Um sich auf seine Position als Staatsoberhaupt vorzubereiten, wechselte der eigentlich naturwissenschaftlich interessierte Bhumibol jedoch zur Politik- und Rechtswissenschaft. Bei einem Besuch in Paris traf er 1947 zum ersten Mal Mom Rajawongse Sirikit Kitiyakara, die Tochter des thailändischen Botschafters in Frankreich, die durch die gemeinsame Abstammung von König Chulalongkorn entfernt mit ihm verwandt ist. Bei einem Autounfall am Genfersee im Oktober 1948 verlor er ein Auge, so dass er seitdem mit einem Glasauge und einer Gesichtslähmung lebt. Während seines Aufenthalts im Krankenhaus wurde er häufig von Sirikit, seiner späteren Frau, besucht. Eine Verlobung im engsten Familienkreis in Lausanne folgte am 19. Juli 1949. Am Freitag, den 28. April 1950, morgens um 9:30 Uhr, eine Woche vor seiner Krönung, heirateten sie offiziell im Sra-Pathum-Palast im Bangkoker Bezirk Pathum Wan.

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      Krönung und Titel

      König Rama IX. am Tag der Krönung (5. Mai 1950)

      Die Krönungszeremonie fand am 5. Mai 1950 im Großen Palast in Bangkok statt. Sein zeremonieller Name war entsprechend den Traditionen:

      พระบาทสมเด็จพระปรมินทรมหาภูมิพลอดุลยเดช มหิตลาธิเบศรามาธิบดี จักรีนฤบดินทร์ สยามินทราธิราช บรมนาถบพิตร
      (Phrabat Somdet Phra Paraminthara Maha Bhumibol Adulyadej Mahittalathibet Ramathibodi Chakkrinaruebodin Sayamintharathirat Borommanatthabophit).
      (Anhören des kompletten zeremoniellen Namens von König Rama Bhumibol?/i)

      Am selben Tag machte er seine Frau zur Königin, sie erhielt dabei den Titel Somdet Phra Boromma Rachini. Der Tag der Krönung, der 5. Mai, ist seitdem in Thailand ein öffentlicher Feiertag.

      Obwohl König Bhumibol im westlichen Ausland Rama IX. genannt wird, wird der Name Rama (eine Abkürzung von Ramathibodi) von der thailändischen Bevölkerung selten benutzt. Die Thailänder selber nennen ihn umgangssprachlich „Nai Luang“ (ในหลวง) oder „Phra Chaoyuhua“ (พระเจ้าอยู่หัว: beides bedeutet „König“), oder auch „Rachakan Thi Kao” (รัชกาลที่ ๙, wörtlich „Die neunte Regierungszeit“). Formell wird er als Phrabat Somdet Phra Chaoyuhua (พระบาทสมเด็จพระเจ้าอยู่หัว) angesprochen, in offiziellen Dokumenten sogar als Phrabat Somdet Phra Paraminthara Maha Bhumibol Adulyadej (พระบาทสมเด็จพระปรมินทรมหาภูมิพลอดุลยเดช). Eine formelle Ansprache auf Englisch ist „His Majesty King Bhumibol Adulyadej“, also „Seine Majestät König Bhumibol Adulyadej“. Seine Unterschrift lautet ภูมิพลอดุลยเดช ป.ร. (Bhumibol Adulyadej Po Ro, das bedeutet „Bhumibol Adulyadej R[ex]“).

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      Regierungszeit

      Auch nach der offiziellen Krönung kehrte Bhumibol noch einmal in die Schweiz zurück, um seine Studien fortzusetzen. Sirikit und er wandten sich jedoch vor allem dem europäischen Jetset zu, nahmen an Parties und Bällen teil. Infolge des Unfalls fiel es Bhumibol schwer, sich beim Studium zu konzentrieren und er blieb letztlich ohne Abschluss aus Lausanne. Trotzdem erhielt er später eine ehrenhalber zahlreiche Titel von Universitäten im In- und Ausland. Im April 1951 brachte Sirikit die erste Tochter des Paares, Prinzessin Ubol Ratana zur Welt.

      Im Dezember 1951 kehrte Bhumibol nach Thailand zurück und übernahm die Regierungsgeschäfte. Drei Tage vor seiner Rückkehr unternahmen die führenden Militärs des Landes einen „stillen Putsch“, indem sie die Verfassung von 1949, die dem Parlament und dem König weitgehende Rechte einräumte, außer Kraft setzten. Sie befürchteten, dass Bhumibol ihnen kritisch gegenüber stehen und eine von Royalisten geführte Regierung einsetzen könnte. Bhumibol hatte ein angespanntes Verhältnis zum damaligen Ministerpräsidenten Feldmarschall Plaek Phibunsongkhram. Dieser hatte eine anti-royalistische Einstellung, versuchte die Rolle des Monarchen auf ein repräsentatives Mindestmaß zu beschränken und hatte stattdessen seit den 1940er-Jahren einen auf seine Person ausgerichteten Führerkult betrieben. Bhumibol fand, dass Phibunsongkhram sich wie ein „zweiter König“ aufführte und zeigte seine kaum verhohlene Abneigung gegenüber dem Regierungschef.[2]

      Im Juli 1952 bekamen Bhumibol und Sirikit ihren Sohn, den Thronfolger Prinz Vajiralongkorn. Es folgten noch zwei Töchter, die Prinzessinnen Sirindhorn (1955) und Chulabhorn (1957).

      Im Oktober 1956 lebte Bhumibol – wie für sehr viele männliche Thailänder üblich – für 15 Tage (22. Oktober bis 5. November 1956) in einem Kloster als buddhistischer Mönch. Er suchte sich hierzu den Wat Bowonniwet im Bangkoker Stadtteil Banglamphu aus, den Haupttempel des Thammayut-Ordens, in dem sein Urgroßvater, König Mongkut, einst Abt gewesen war. Während jener Zeit übernahm Sirikit als Regentin die Amtsgeschäfte. Ihr wurde daher nachträglich in Anerkennung dieses Amtes der Titel Somdet Phra Borommarachininat („Königin und Regentin“) verliehen.

      1957 putschte der mit dem Ministerpräsidenten Phibunsongkhram rivalisierende Feldmarschall Sarit Thanarat. Zu dem deutlich royalistischer eingestellten neuen Regierungschef hatte Bhumibol ein ungleich besseres Verhältnis. Während Bhumibol dem Militärherrscher durch seine Gunst Legitimität verlieh, räumte Sarit dem König eine große öffentliche Rolle ein.[3] Er überließ Bhumibol die Schirmherrnrolle für Projekte zur ländlichen Entwicklung. Sarits Regime propagierte Königstreue als Mittel gegen den drohenden Kommunismus, im Rahmen des inoffiziellen Staatsmottos „Nation, Religion, König“. Der König und der Ministerpräsident teilten ihre Begeisterung für Maßnahmen der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, den Ausbau der Infrastruktur und des Bildungssystems.

      König Rama IX. mit dem deutschen Bundespräsidenten Heinrich Lübke (1960)
      Darstellung vor der dänischen Botschaft

      1959 wurde die jährliche Kathin-Zeremonie und die Königliche Barkenprozession wieder eingeführt. Pin Malakul, ein entferntes Mitglied der Königsfamilie wurde Bildungsminister. Er ließ Schulbücher überarbeiten, damit sie die Rolle des Königs stärker in den Mittelpunkt rückten.[4] 1960 verlegte Sarit den Nationalfeiertag Thailands vom Jahrestag des Endes der absoluten Monarchie 1932 auf Bhumibols Geburtstag.[5] Seit den 1960er-Jahren wird es wieder verlangt, sich vor dem König niederzuwerfen, was Bhumibols Großvater Chulalongkorn 1873 abgeschafft hatte. Für die Beschreibung von Aktivitäten des Königs und seiner Familie sowie Angelegenheiten mit Bezug zu ihnen hat eine besondere Terminologie (ratchasap, „Königssprache“) Wiedereinzug gehalten, die nach dem Ende des Absolutismus 1932 außer Gebrauch gefallen war.[6]

      Im Sommer 1960 machte das thailändische Königspaar eine ausgedehnte Reise nach Europa und Nordamerika, einschließlich eines Staatsbesuchs in der Bundesrepublik Deutschland. Der weltgewandt auftretende junge König und die gutaussehende und stilbewusste Königin zogen international viel positive Aufmerksamkeit auf sich. Das stärkte wiederum ihre Beliebtheit in der Heimat.

      Ab 1961 nahm die Zahl der Audienzen Bhumibols für Privatpersonen und Gruppen stark zu. Er baute dadurch Verbindungen zu der entstehenden und an Einfluss zunehmenden Mittelschicht auf. Der König bereiste das Land regelmäßig und besuchte insbesondere die Universitäten, wo er in Austausch mit den Studenten trat. Auch zum Militär hatte Bhumibol ab dieser Zeit ein immer engeres Verhältnis. War er zuvor nur auf dem Papier Oberbefehlshaber, nahm er ab 1963 regelmäßig an Angelegenheiten der Streitkräfte Anteil. Nach dem Tod Sarits 1963 wurde offenbar, wie sehr er sich bereichert hatte und die Nachfolgeregierung unter Sarits bisherigem Stellvertreter, Feldmarschall Thanom Kittikachorn, suchte noch stärker die Nähe des Monarchen, um durch seine Unterstützung den Skandal zu überstehen und ihre Herrschaft zu festigen.[7]

      Der König startete mehr als 1000 größere und kleinere Projekte, mit denen das gesamte Spektrum der ländlichen Probleme Thailands angesprochen wird (von der Einführung neuer Nutzpflanzen über die Wasserhaltung, von der Trockenlegung von Sümpfen bis zur Erhaltung der letzten Regenwälder des Landes).

      Landwirtschaft, Bewässerungsprojekte, Rettungsdienst, Gesundheitswesen waren und sind zum Teil noch Problemfelder, für deren Verbesserung er persönlich sorgte und die er weiterhin tatkräftig begleitet. Unter anderem sorgte er für den Rückbau des Opiums im Norden und förderte den Anbau von Pflanzen und Früchten mit hohem Ertrag, die auf gemäßigtes Klima angewiesen sind. Auf dem Palastgelände betreibt er eine Versuchsfarm, die sich mit Viehzucht und experimentellem Fruchtanbau beschäftigt.

      1973 kam es zu Studentenprotesten gegen die Militärherrschaft, die sich im Oktober zu einem Volksaufstand erweiterten, an dem bis zu 500.000 Menschen teilnahmen. Die „Drei Tyrannen“, die Feldmarschälle Thanom Kittikachorn, Praphas Charusathien und Thanoms Sohn Narong Kittikachorn versuchten, die Demonstrationen mit brutaler Gewalt niederzuschlagen, setzten Panzer und Kampfhubschrauber ein, wobei 77 Menschen getötet und hunderte verletzt wurden. Auf dem Höhepunkt des blutigen Vorgehens am 14. Oktober ließ Bhumibol die Tore seines Chitralada-Palasts öffnen, sodass sich Demonstranten auf sein Gelände retten konnten. Bhumibol entzog den Militärmachthabern seine Unterstützung und wandte sie moderateren Militärs wie dem Armeekommandanten General Krit Sivara zu, der sich weigerte, weiter auf das eigene Volk zu schießen. Krit drängte die „Drei Tyrannen“ aus dem Amt und Bhumibol forderte sie auf, das Land zu verlassen.[8] Er machte von seiner Resevebefugnis Gebrauch und ernannte den Juraprofessor und Rektor der Thammasat-Universität Sanya Dharmasakti zum Übergangs-Ministerpräsidenten. Er beauftragte ihn außerdem, eine neue, demokratische Verfassung auszuarbeiten.[9][10] Seither steht er in dem Ruf, eine starke Rolle für die Monarchie und demokratische Rechte für das Volk zu vereinen.[11]

      Angesichts des Siegs der Kommunisten in den südostasiatischen Nachbarländern Vietnam, Kambodscha und Laos, politischer Radikalisierung und weitergehenden Forderungen und Protesten der Linken im eigenen Land umgab sich Bhumibol in der folgenden Zeit aber wieder mit Militärs und wandte sich anti-demokratischen Kräften zu. So unterstützte er aktiv die rechte Bewegung der „Dorfpfadfinder“ (Luksuea Chaoban) die gegen die Studentenbewegung, Gewerkschaften und progressive Bauernverbände kämpfte. Er wohnte ihren Versammlungen bei und segnete ihre Halstücher und Flaggen.[12] Als der entmachtete Militärdiktator Thanom Kittikachorn im September 1976 aus dem Exil nach Thailand zurückkehrte, um Mönch im vom Königshaus favorisierten Wat Bowonniwet zu werden, besuchten ihn der König und die Königin dort. Die dadurch ausgelösten erneuten Proteste von Studenten und Demokratieaktivisten wurden am 6. Oktober 1976 von Einheiten der Grenzschutzpolizei, „Dorfpfadfindern“ und anderen rechten Milizen im Massaker an der Thammasat-Universität zerschlagen. Das Militär übernahm wieder die Macht und Bhumibol ernannte seinen Favoriten, den rechten Hardliner Thanin Kraivichien zum Ministerpräsidenten. Dieser kündigte an, dass Thailand erst nach 12 Jahren unter einer ernannten Übergangsregierung wieder zur Demokratie zurückkehren könnte.[13] Er wurde jedoch schon nach einem Jahr wieder vom Militär gestürzt.

      Die größte Herausforderung für den König war wohl das Massaker vom 17. Mai 1992, als Hunderte von Demonstranten gegen die Regierung von General und Premierminister Suchinda Kraprayoon vom Militär erschossen wurden. Als die Lage eskalierte, bestellte der König den Premier und seinen Kontrahenten, den wichtigsten Oppositionsführer Chamlong Srimuang, zu einer Audienz ein. Vor laufender Kamera mussten die Militärs dem König, der in dieser Zeit demonstrativ in der Uniform des Obersten Befehlshabers auftrat, versprechen, die Waffen niederzulegen und den Konflikt auf friedliche Art und Weise beizulegen[14]. Dies zeigt bis in die heutige Politik seine Auswirkungen.

      Im Jahre 2006 fanden in Bangkok anlässlich seines 60-jährigen Thronjubiläums umfangreiche Feiern statt. Er ist somit das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt, gefolgt von Elisabeth II. von Großbritannien (seit 1952). In letzter Zeit ist der König von gesundheitlichen Problemen betroffen und hält sich meistens im Krankenhaus auf. An seinem 84. Geburtstag (2011) wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zum Palast gefahren, wo er eine kurze Ansprache hielt.

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      König Bhumibol Adulyadej als Privatmann

      Bhumibol ist u.a. als Musiker, Komponist, Fotograf (in zahlreichen Abbildungen ist er mit einer Kamera um den Hals hängend zu sehen), Maler, Schriftsteller, Segler, Ingenieur und Funkamateur aktiv. Insbesondere gilt er als leidenschaftlicher Saxophon-Spieler, der gerne mit anderen Jazzern im Palast von Bangkok spielt (so 1960 mit Benny Goodman). Etwa 40 Kompositionen sind bislang bekannt. Zudem ist er der höchste Pfadfinder Thailands. Auch werden seine Gemälde und Zeichnungen in Ausstellungen gezeigt. Als Segelsportler gewann er 1967 die Goldmedaille bei den Südostasienspielen.

      Mit Königin Sirikit Kitiyakara hat er vier Kinder: Prinzessin Ubol Ratana, Kronprinz Maha Vajiralongkorn, Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn und Prinzessin Chulabhorn Walailak.

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      Öffentliche Wahrnehmung

      Busabok (Denkmal) mit Symbol für Bhumibol Adulyadej (Der Oktogonale Thron, darüber ein Diskus mit Ziffer 9 unter neunfachem Staatsschirm) im Wat Phra Kaeo

      Seit 1946 stellt König Bhumibol Adulyadej die Integrationsfigur des Landes dar. In einer Volksabstimmung verlieh ihm die Bevölkerung 1987 den Beinamen Maharat („Der Große“) und etwa drei Millionen Menschen strömten im Juni 2006 in Bangkok auf die große Feier zu seinem 60. Thronjubiläum. Das Motto seiner Regierungszeit lautet: Ich werde das Land einzig zum Vorteil seiner Menschen regieren. Damit will er sich deutlich von den meisten politischen Machthabern Thailands unterscheiden. Aus diesem Grund verbringt er insgesamt mehr Zeit unterwegs im Lande als in seinem Palast, vor allem um landwirtschaftliche Projekte (so bei Staudämmen, Vieh- und Fischzuchten) zu besuchen und zu beraten.

      All seine Reiseunternehmungen dokumentiert er mit einer kleinen Kamera. Anlässlich einer Naturkatastrophe im Jahre 1962 startete er eine Spendenaktion im Lande, wobei mehr Geld eingenommen werden konnte als schließlich benötigt wurde. Mit dem Überschuss wurde der heute noch existierende königliche Hilfsfonds gegründet, dessen Patron der König selbst ist. Sein guter Ruf steht für unbürokratische, korruptionsfreie Verwendung der Mittel und der Fonds wurde deshalb von vielen Thailändern auch anlässlich des Tsunamis vom 26. Dezember 2004 mit Spenden bedacht.

      Von der Bevölkerung wird König Bhumibol verehrt. Dies wird unter anderem daran erkennbar, dass in den meisten Haushalten Thailands ein Bild des Königs hängt, ohne dass dies angeordnet wäre. Vor beinahe jeder kulturellen Veranstaltung (auch im Kino oder Theater) wird die Königshymne abgespielt, zu der sich alle Anwesenden erheben und nach deren Ende sich viele in Richtung des Königssymbols verneigen. So waren unter anderem anlässlich seines 80. Geburtstags am 5. Dezember 2007 über Monate hinweg im ganzen Lande Bilder von König Bhumibol aufgestellt.

      In allen königsbezogenen Hymnen, Filmaufnahmen und Hommagen (bei Kinovorführungen) wird ein „königliches Regenprojekt“ (ฝนหลวง, Fon luang) genannt: Während der Dürre im Isaan wurde eine ungiftige Chemikalie entwickelt, welche die Wolken zum Regnen brachte.

      In Thailand finden sich auf vielen Autos die Aufkleber เรารักในหลวง (Wir lieben den König), und viele thailändische Bürger tragen gelbe Armbänder oder gelbe Hemden mit der gleichen Aufschrift, die vom Königspalast verkauft werden, um Projekte des Königs zu finanzieren. Gelb gilt als die Farbe von König Bhumibol, da es eine feststehende Zuordnung von Wochentagen und Farben gibt, und dem Montag, an dem der Monarch geboren wurde, gelb zugeordnet ist.

      Während der Demonstrationen gegen Premierminister Thaksin Shinawatra im Frühjahr 2006 trugen viele der Demonstranten gelbe Stirn- und Armbänder, um ihre Verbundenheit zum König und ihren Vorwurf gegen Thaksin, nicht königstreu zu sein, Ausdruck zu verleihen.

      Dem König zu Ehren ist der große Staudamm in der Provinz Tak Bhumibol-Staudamm benannt.

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      Vermögen

      2008 bezeichnete das Forbes Magazine Bhumibol als reichsten Monarchen weltweit. Es gab sein Vermögen mit 35 Milliarden US-Dollar an. Dabei kalkulierte es allerdings das vom Crown Property Bureau verwaltete Vermögen mit ein, das zwar unter der Kontrolle des Königs steht, aber offiziell nicht als dessen Privatvermögen gilt.[15]

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      Majestätsbeleidigung

      Der König sowie die königliche Familie genießen in Thailand höchsten Respekt, doch ist er auch durch das Lèse-Majesté-Gesetz (franz., vom lateinischen Laesa maiestas oder Laesae maiestatis, deutsch: Majestätsbeleidigung) geschützt, aufgrund dessen Kritiker zu Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren verurteilt werden können.[16] Während der Amtszeit des Ministerpräsidenten Tanin Kraivixien wurde das Gesetz dahingehend verschärft, dass nun auch Kritik an der königlichen Familie, an königlichen Projekten, der Chakri-Dynastie oder auch vorherigen Königen unter Strafe gestellt wurde. Der Vorwurf der Majestätsbeleidigung wird dabei nicht vom König selbst oder vom Hofe erhoben, sondern von Politikern, Staatsanwälten und von den Polizeiorganen verfolgt. In der thailändischen Politik wird dies häufig benutzt, um den politischen Gegner anzuschwärzen, ihm Mangel an Loyalität zum König und dem Staat generell zu unterstellen und seine Sympathien bei der Bevölkerung zu schmälern oder ihn ganz auszuschalten.

      König Bhumibol selbst hat sich in seiner Geburtstagsrede 2005 dahingehend geäußert:

      „Wenn man sagt, der König darf nicht kritisiert werden, würde das bedeuten, dass der König nicht menschlich ist. … Wenn der König keine Fehler machen kann, ist es, als würde man auf ihn herabsehen und ihn nicht als ein menschliches Wesen behandeln. Aber der König kann Fehler machen.“[17]

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      Literatur

      • Paul M. Handley: The King Never Smiles. A Biography of Thailand's Bhumibol Adulyadej, Yale University Press, New Haven 2006, ISBN 0-300-10682-3
      • Nicholas Grossman, Dominic Faulder (Hrsg.): King Bhumibol Adulyadej – A Life's Work. Thailand's Monarchy in Perspective. Editions Didier Millet, Singapur 2012, ISBN 9789814260565
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      Einzelnachweise

      1. A Life's Work. S. 7-74.
      2. Volker Grabowsky: Kleine Geschichte Thailands. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60129-3, S. 171.
      3. Grabowsky: Kleine Geschichte Thailands. 2010, S. 172.
      4. Chris Baker, Pasuk Phongpaichit: A History of Thailand. 2. Auflage. Cambridge University Press, 2009, ISBN 978-0521-767-682, S. 177.
      5. Handley: The King Never Smiles. 2006, S. 143.
      6. Handley: The King Never Smiles. 2006, S. 151-152.
      7. Roger Kershaw: Monarchy in South-East Asia. The faces of tradition in transition. Routledge, London/New York 2001, S. 70.
      8. David K. Wyatt: Thailand. A Short History. 2. Auflage. Yale University Press, 2003, ISBN 0-300-08475-7, S. 288
      9. A Life's Work. S. 156.
      10. Handley: The King Never Smiles. 2006, S. 215.
      11. Kobkua Suwannathat-Pian: Kings, Country and Constitutions. Thailand's Political Development, 1932-2000. RoutledgeCurzon, London/New York 2003, ISBN 0-7007-1473-1, S. 63.
      12. Thanet Aphornsuvan: Bhumibol Adulyadej. In: Southeast Asia. A Historical Encyclopedia, from Angkor Wat to Timor. ABC-CLIO, Santa Monica CA 2004, S. 233-234.
      13. Chris Baker, Pasuk Phongpaichit: A History of Thailand. 2. Auflage. Cambridge University Press, 2009, ISBN 978-0521-767-682, S. 194.
      14. http://www.youtube.com/embed/A8DeXAwhHko Die Kontrahenten rutschen auf Knien vor den König (franz./engl.)
      15. http://www.forbes.com/magazines/global/2008/0901/038.html Forbes Magazine September 2008 (letzter Zugriff am 5. Mai 2010).
      16. Paul Champion: Professor in lese majeste row. Reuters. 25. September 2007. Abgerufen am 26. September 2007.
      17. Royal Birthday Address: 'King Can Do Wrong'. National Media. 5. Dezember 2005. Abgerufen am 12. Juli 2008.
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      Weblinks

       Commons: Rama IX. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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      Zuletzt geändert am 12. Juni 2013 um 17:09